Digital am Sonntag, Nr. 77: Die Emoji-Diät

Das Thema dieses Wochenende: Kann man sich eine Woche lang nur von Emojis ernähren? Aber natürlich kann man. Vielleicht muss man gar, weil lecker.

Entspanntes Lesen in bequemen Sesseln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lesen und nachdenken über die Emoji-Diät. Gaetan Bally/Keystone, Montage SRF

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Am Wochenende hat man Zeit. Deshalb stellen wir hier jeden Freitag die Artikel zu Digital-Themen zusammen, die wir lesens- und bedenkenswert finden. Setzt euch zu uns in die bequemen Sessel dieser «chambre de réflexion digitale»!

Habt auch ihr einen Tipp? Sagt es uns.

Von der Aubergine bis zum Wein-Glas: Es gibt rund 60 Emojis, die mit Essen oder Trinken zu tun haben. Kann man eine Woche lang nur Emojis essen?

Diese wunderbare Idee hatte Kelsey Rexroat und beschreibt für das Magazin «The Atlantic», was sie alles ass.

Ihre Regeln: Essen durfte sie nur, wofür es ein Emoji gibt. Und umgekehrt wollte sie alle Essen- oder Trinken-Emojis mindestens einmal konsumiert haben.

«  1. For seven days, I would only eat foods represented by emoji.
2. I would eat every emoji food by the end of the seven days. »

Dazu musste sie schweren Herzens (Speck!!) die ganzen Tier-Emojis ausschliessen, da sich sonst schwierige Abgrenzungsfragen gestellt hätten (soll man Hunde, Katzen oder Ratten mitzählen?). Sie zählt also nur, was man direkt so essen kann, ohne es zuerst noch verarbeiten zu müssen.

Abgesehen von ein paar Interpretations-Fragen («Was ist Dango?», «Was ist wohl im Pot of Food drin?») stellt sie fest, dass die Diät stark reis-lastig ist und sehr viele Desserts enthält:

«  This diet is essentially the opposite of Atkins. […] I realize that I'm facing a problem most dieters have never experienced: I need to step up the dessert eating if I'm going to reach my goal. I still have to cross off custard, shortcake, ice cream, and birthday cake […]. »

Für die Schleckermäuler unter euch also ein gefundenes Fressen, dieser Artikel. Ich als Speck-Fan bin aber froh, dass sich Frau Rexroat dieser Diät unterworfen hat und ich nicht musste.

Und jetzt noch etwas «Daten-Journalismus» für euch:

  • Kelsey Rexroat zählt den grünen Kräuter-Zweig «Herbs» nicht dazu. Ich aber schon, weil Gewürz. Das wären dann 59 Emoji im aktuell gültigen Set.
  • Bier gibt es als einzelnes oder als zwei Gläser. Zählen wir nur einmal.
  • Ob man den Fliegenpilz dazu zählen soll, kann man debattieren. Ich habe den als Repräsentant für «Pilze» angeschaut und mitgezählt.
  • In dem neuen Unicode-Draft gibt es nur ein einziges neues Essen-Emoji: eine Chili-Shote. Das sind dann 60 Essen- und Trinken-Emoji. Hotdogs oder Sandwiches fehlen nach wie vor.
  • 7 davon sind Getränke (Bier, Martini, Kaffee, Sake, Grün-Tee, tropischer Cocktail, Wein)
  • 11 sind Desserts (Geburtstagskuchen, Bonbon, Schokolade, Keks, Caramelköpfli, Donut, Glacé, Lollipop, Shaved Ice, Erdbeerkuchen, Soft Ice).
  • 13 sind Früchte (Banane, Kirsche, Traube, Grüner Apfel, Zitrone, Melone, Pfirsich, Birne, Ananas, Roter Apfel, Erdbeere, Orange, Wassermelone).
  • 3 sind Getreide (Brot, Reis, Mais).
  • Gemüse ist mit 3 eher unterrepräsentiert (Aubergine, Süsskartoffel, Tomate).
  • Weil Emojis ursprünglich aus Japan kommen, ist typisch Japanisches mit 11 naturgemäss übervertreten (Bento-Box, Dango, Fish Cake, Tempura-Shrimp, Oden, Rice Ball, Rice Cracker, Sake, Ramen, Sushi, Grüntee)