Fitness-Tracker messen Schritt und Tritt

Der Markt an Fitness-Tracking-Geräten wird immer unübersichtlicher; ständig kommen neue Hersteller dazu. Trotzdem gleichen sich die Geräte und bieten ähnliche Funktionen. Wir geben einen Überblick.

Digitalredaktor Reto Widmer im Hintergrund, im Vordergrund an seinem Arm, Vivofit, das Fitnesstrackerarmband von Garmin in Blau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tagesziel: Fitness-Tracker-Armbänder zeigen an, wie viele Schritte der Besitzer an einem Tag noch gehen muss. Peter Buchmann / SRF

24 Stunden am Tag verfolgen Fitness-Tracker unsere Bewegungen und generieren aus den Daten Statistiken und Diagramme, die uns motivieren sollen. Das Geschäft boomt: Fast im Wochentakt kommen neue Geräte auf den Markt. Anders als die klassischen Schrittzähler können viele Modelle noch mehr. Die O2 von Withings zum Beispiel kann auch noch den Sauerstoffgehalt des Blutes und den Puls messen.

Der Benutzer überträgt in der Regel die Messwerte vom Gerät auf sein Smartphone und eine App stellt diese übersichtlich und grafisch dar. Praktisch ist eine drahtlose Synchronisation, die bei aktuellen Modellen die Regel ist. Ausnahmen sind das Armband von Jawbone, das in die Kopfhörerbuchse des Smartphones gesteckt werden muss, und Misfit, das sich nur synchronisiert, wenn es direkt auf dem Display des iPhones liegt. Wer beim Joggen bereits eine App benutzt, sollte vor dem Kauf eines Tracking-Gerätes überprüfen, ob das Produkt mit dieser App kompatibel ist.

Self-Tracking macht nur wirklich Sinn, wenn es lückenlos ist, der Benutzer seinen Tracker also 24 Stunden trägt. Modelle, die alle paar Tage zum Aufladen des kleinen Akkus aus der Hosentasche oder vom Arm genommen werden müssen, sind diesbezüglich mühsam und man läuft Gefahr, den Tracker zu vergessen. Immer mehr Modelle haben deshalb eine Knopfzelle eingebaut: Der Benutzer muss sie nicht mehr aufladen, sondern nach einigen Monaten oder Jahren auswechseln.

Die bekanntesten Fitness-Tracking-Geräte

    • Schwarzes Amrband mit Ledlämpchen. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: fitbit: Flex heisst dieses Armband zum Tracken der Aktivitäten tagsüber und zum Schlafverhalten nachts. Fitbit

      Der Platzhirsch: Fitbit

      Der Pionier dominiert den Markt der Tracking-Geräte mit einem Anteil von 67 Prozent. Die Geräte zur «Überwachung der Gesundheit» (Original-Ton Fitbit) gibt es als Armbänder, die der Benutzer sichtbar trägt, aber auch als Klammern zum Anstecken oder für die Hosentasche. Das Armband Flex dient tagsüber dem Sammeln von Daten wie Anzahl Schritte oder Kalorienverbrauch und nachts zum Messen der Schlafdauer. Über eine App können zusätzlich Angaben zum Essen erfasst und Ziele definiert werden.

      Fitbit

    • Oranges Armband ohne Display. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Jawbone: Das erste Armand, das als Tracker diente. Jawbone

      Gesunder Lifestyle über alles: Jawbone

      Bekannt geworden ist der amerikanische Hersteller durch einen Bluetooth-Lautsprecher. Dennoch zählt Jawbone zu den Pionieren des Trackings. Das Armband dient laut Jawbones einem «ganzheitlichen Ansatz für einen gesunden Lifestyle». Es soll 24 Stunden am Tag getragen werden und dient der Erfassung von Bewegung und Schlaf. Über eine App kann man Angaben zur Ernährung und zur aktuellen Stimmungslage machen. Das Gerät verfügt über einen Wecker, der einem im richtigen Moment aus dem Schlaf holt, so dass man sich frisch und erholt fühlt.

      Jawbone

    • Elegantes schwarzes Armband mit futuristisch anmutendem Display Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Polar Loop Polar

      Erster Versuch vom Grand-Seigneur: Polar

      Die Finnen sind seit Jahrzehnten mit Pulsmessgeräten in allen Varianten im Geschäft und bieten sogar ein Gerät für Pferde an. Es ertaunt daher nicht, dass die Veteranen mit einem Armband nun auch in den Tracking-Markt einsteigen. Trotz grosser Erfahrung schafft es der Hersteller aber nicht, sich mit PolarLoop von der Konkurrenz zu unterscheiden.

      PolarLoop

    • Schwarze Armbanduhr mit gebogenem Display. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Samsung Gear Fit Der Zwitter Samsung

      Ich bin auch eine Uhr: Samsung Gear Fit

      Tracking-Geräte gibt es mittlerweilen wie Sand am Meer, Smartwatches auch. Samsung versucht nun die Kombination aus beidem: Eine Smartwatch mit Tracker-Funktion. Das Gerät verfügt mit einem der ersten gebogenen AMOLED-Displays über eine grosse Anzeige. Achtung: Im Gegensatz zu den anderen Geräten aus der Gear-Serie des koreanischen Herstellers basiert die Gear Fit nicht auf einem Android-Betriebssystem sondern auf einer eigenen Software. Das Angebot an Apps und Funktionen ist deshalb beschränkt.

      Gear Fit

    • Armband von Nike, auf dem Display das Wort GOAL: Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Nike: Fuelband heisst die Antwort des Sportartikel-Herstellers auf den Tracking-Trend. Nike

      Der Motivator: Nike

      Das Fuelband des Sportartikel-Herstellers Nike misst den Energieverbrauch verschiedener Sportarten und rechnet diesen in Nike-eigene «Fuel»-Einheiten um. Das Armband ist in der Lage, Sportarten zu tracken, bei denen die Armbewegung nicht im Zentrum steht – wie zum Beispiel Yoga. Ausgewertet werden die Daten über eine iOS App. Seit kurzem gibt es auch eine App für Android Geräte. Die App kann so konfiguriert werden, dass sie einem im Laufe eines Tages immer wieder daran erinnert, sich für ein paar Minuten körperlich zu betätigen. Über eine Webseite kann man seine Daten publizieren und sich mit Freunden messen.

      Nike Fuelband

    • Armabnduhr mit Display, auf dem die gelaufene Distanz dargestellt wird. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Withings: Unterscheidet sich von der Masse der Tracking-Geräte unter anderem durch die Fähigkeit, den Sauerstoffgehalt im Blut... Withings

      Kann auch Sauerstoff: Withings

      Der französische Hersteller unterschiedet sich von der Masse der Tracking-Devices durch zwei Funktionen: Wie der Name des Produktes andeutet, kann die Puls O2 neben den üblichen Aktivitäten auch Puls und Sauerstoffgehalt des Blutes messen. Für diejenigen, die auch noch ihr Gewicht überwachen möchten, führt der Hersteller eine digitale Waage im Angebot, die per Funk mit der mitgelieferten App kommuniziert. Die Daten beider Überwachungsgeräte können über eine Webseite oder eine App ausgewertet werden.

      Withings

    • Ein ereihe von Armbändern in verschiednen Farben mit Display. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Garmin - der Langlebige Die Gerätes des französischen Herstellers verfügen über E-Ink Displays. Garmin

      Die Langlebigen: Garmin

      Das Tracking-Armband Vívofit des französischen Herstellers Garmin verfügt über ein E-Ink-Display mit allen Vorteilen: Die Anzeige lässt sich auch an der prallen Sonne problemlos ablesen. Das Gerät zeichnet sich durch einen extrem geringen Stromverbrauch aus; nach Angaben des Herstellers reicht die Batterie für ein ganzes Jahr. Das Gerät kann durch einen externen Pulsmesser ergänzt werden und ist wasserdicht.

      Garmin

    • Frau, die eine runde Scheibe von der Grösse eines Fünlibers wie eine Broche auf der Brust trägt. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Misfit - die Aussenseiter So einfach wie möglich, das ist die Design-Maxime der kleinen Firma, die den "Shine" entwickelt hat. Misfit

      Der elegante Aussenseiter: Misfit

      Das Tracking-Gerät Shine von Misfit sieht aus wie eine Scheibe, die mal als Schmuckstücke, mal in einer Tasche getragen werden kann. Die Batterie hält sechs Monate und das Gerät ist bis 50 Meter wasserdicht. Das Produkt besticht durch eine minimalistische Bedienoberfläche, durch simples Design und eine elegante Umsetzung in hochwertigem Aluminium. Das verwundert nicht, zählt doch der ehemalige Apple-CEO John Scully zu den Gründern des Startups. Finanziert wurde das Produkt über die Crowdsourcing-Plattform Indiegogo.

      Misfit

    • Armband mit Blitz-Symbol Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Pavlok - Der Brutale Mit unzimperlichen Methoden sein Leben ändern. Pavlok

      Zuckerbrot und elektrische Peitsche: Pavlok

      Das Armband V2 von Pavlok verhilft einem zu mehr Disziplin in allen möglichen Lebenslagen. Wer täglich Tagebuch schreiben, früher aufstehen oder sich zu regelmässiger körperlicher Aktivität bringen will – das Armband unterstützt einen dabei. Um das zu erreichen, arbeitet V2 mit Belohnungen (monetären) und Strafen (drastischen!). Diese reichen von der Blossstellung auf Facebook über Geldstrafen bis zu Elektroschocks. Das Armband wird ab 2015 erhältlich sein.

      Pavlok

    • Ein Penis-Ring, oben befindet sich ein Gerät, das an ein Fahrradschloss erinnert. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Bondara SexFit Quantified Self macht auch vor dem Schlazimmer nicht halt. Bondara

      Unter der Gürtellinie: Bondara

      Es gibt viele Tracker fürs Schlafzimmer, aber nur einen, der sich nicht mit dem Sammeln von Schlaf- und Schnarchdaten begnügt: SexFit von Bondara. Der Penis-Ring ist ein Multifunktionsgerät. Es dient sowohl dem Aktivitäten-Tracking inklusive Kalorienverbrauch als auch der Stimulation. Der Ring ist über Bluetooth mit einer App auf dem Smartphone verbunden. Die Aktivitäts-Daten kann man vom Handy aus auf sozialen Netzwerken publizieren. Das Gerät soll 2015 auf den Markt kommen.

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