Gamescom 2014: Exklusiv-Deals und Horror-Zusammenarbeit

An der grössten Computerspiel-Messe der Welt sorgten eher «exklusive» Business-Deals als neue Games und Spielkonsolen für Aufregung. Immerhin lässt eine Zusammenarbeit des Hollywood-Regisseurs Guillermo del Toro mit der Game-Legende Hideo Kojima auf ein stimmungsvolles neues Horror-Game hoffen.

Menschenmassen in den Kölner Messehallen, wo die alljährliche Gamescom stattfindet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die 300'000 Tagestickets der diesjährigen Gamescom waren schon Tage vor der Eröffnung der Messe ausverkauft. Gamescom

Im letzten Jahr stand die Gamescom ganz im Zeichen der Playstation 4 und der Xbox One der beiden neuen Konsolen von Sony und Microsoft. Als die beiden Konsolen damals gezeigt wurden, war noch offen, welche beim Publikum besser ankommen würde. Mittlerweile ist ziemlich klar, dass die Playstation das Rennen gemacht hat.

Ein junger Mann spielt ein Rennspiel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Um die neusten Games zu spielen nehmen die Fans an der Gamescom oft stundenlange Wartezeiten in Kauf. Gamescom

Am Dienstag verkündete Sonny denn auch stolz, seit Verkaufsstart im November 2013 zehn Millionen Einheiten verkauft zu haben. Mit Betonung auf «verkauft», denn die Geräte wurden nicht bloss an die Händler ausgeliefert, sie sind dort auch wirklich über den Ladentisch gegangen.

Microsoft hat zum letzten Mal im April 2014 über den Absatz der Xbox One informiert. Damals gab das Unternehmen an, fünf Millionen Konsolen an die Händler ausgeliefert zu haben. An der Gamescom hielt sich Microsoft mit weiteren Angaben zum Erfolg oder Misserfolg der Xbox One nun vornehm zurück.

Xbox-Kauf dank «Tomb Raider»?

Dafür konnte Microsoft damit überraschen, dass der neue Teil der «Tomb Raider»-Reihe nur für die Xbox erscheint – jedenfalls vorerst. Später wird «Rise of the Tomb Raider» dann auch für PC und die Playstation erhältlich sein.

Menschen in Business-Kleider verhandeln wichtige Deals. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Männer und Frauen im Business-Bereich der Gamescom sind vom restlichen Publikum leicht zu unterscheiden. Gamescom

Für Microsoft kann sich die zeitliche Exklusivität trotzdem lohnen, denn wenn der Titel im Vorweihnachtsgeschäft 2015 erscheint, wird vielerorts auch der Kaufentscheid für eine neue Konsole getroffen – und Microsofts hofft, dass er dank «Tomb Raider» zugunsten der Xbox ausfallen wird.

Die Leute von Microsoft sind nicht die einzigen, die ihren Konsolenverkauf mit Hilfe solcher Exklusiv-Abkommen ankurbeln wollen. Auch Sony hat sich bei einigen Titeln sichergestellt, dass sie nur für die Playstation erscheinen werden. Statt neuer Game-Ideen sorgten an der Gamescom denn auch eher solche Business-Deals für Aufregung.

Exklusivität kostet

Auch auf für die andere Seite kann sich die Exklusivität lohnen. Für das «Tomb Raider»-Entwicklerstudio Square Enix bedeutet die Bindung an die Xbox zwar einen (vorübergehend) kleineren potentiellen Käuferkreis für sein Game. Dafür sieht es schon vor dessen Veröffentlichung Geld, denn Microsoft lässt sich die befristete Exklusivität bestimmt einiges kosten.

So minimiert sich für Square Enix das Risiko, mit dem Grossprojekt finanziellen Schiffbruch zu erleiden. Experten schätzen, dass bei einem Game wie «Rise of the Tomb Raider» Entwicklungskosten bis zu 100 Millionen Dollar anfallen.

«Silent Hills » mit del Toro, Kojima und Reedus

Zu reden gab an der Gamescom auch ein geheimnisvoller, schlicht mit «P.T.» betitelter spielbarer Teaser («Playable Teaser»), an dessen Ende überraschend die Namen Hideo Kojima und Guillermo del Toro auftauchen. Hollywood-Regisseur del Toro ist bekannt für Blockbuster wie «Hellboy» oder «Pacific Rim», Kojima gilt als einer der wichtigsten und innovativsten Spieleentwickler und zeichnet etwa für die «Metal Gear Solid»-Reihe verantwortlich.

Zusammen sollen die beiden nun an einem neuen Teil der Horror-Serie «Silent Hill» arbeiten, der den Projektnamen «Silent Hills» trägt und den Schauspieler Norman Reedus (bekannt aus der TV-Serie «The Walking Dead») in der Hauptrolle hat.

Als Game-Figuren verkleidete Cosplayer an der Gamescom 2014. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Cosplayer – Messebesucher, die sich als Game-Figuren verkleiden – sind ein fester Bestandteil der Gamescom. Gamescom

Die Überraschung – mit einem neuen «Silent Hill»-Game hatte niemand gerechnet, mit der illustren Zusammenarbeit erst recht nicht – sorgte nicht nur an der Gamescom, sondern rasch auch im Internet für Aufregung.

Nicht wenige Fans hoffen dort, dass del Toro seinen Kompagnon Kojima ein wenig an die Zügel nimmt, denn der Japaner ist für seine episch ausufernden Stories berühmt-berüchtigt.

Die grossen Knüller fehlen

Die Kölner Gamescom ist die grösste Computerspiel-Messe der Welt. Rund 650 Aussteller nehmen in diesem Jahr das Kölner Messegelände in Beschlag und das Interesse des Publikum ist gewohnt riesig: Alle 300'000 Tagestickets waren schon zwei Wochen vor Beginn der Messe ausverkauft. Die Gamescom hat ihre Tore noch bis Sonntag offen.

Der ganz grosse Knüller fehlt an der diesjährigen Messe aber. Viele der Spiele, die an der Gamescom gezeigt werden, feierten im Juni schon an der Spielemesse E3 in Los Angeles Premiere. Im Unterschied zur Gamescom ist die E3 aber keine Publikumsmesse, sondern richtet sich nur an Fachbesucher und Journalisten.