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Drohne steht senkrecht in der Luft und seilt Paket ab.
Legende: Die Google-Drohne: Hat eine Spannbreite von 1,5 Metern, wiegt 8,5 Kilo und kann ein Päckchen von 1,5 Kilo transportieren. Google
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Digital Google: Drohne soll Pöstler und Lastwagen ersetzen

Nach Amazon stellt nun auch Google seine Transport-Drohne vor. Die Maschinen der beiden Konkurrenten unterscheiden sich stark voneinander. Und auch bei der Prognose, wo und wann die Drohnen im Alltag zum Einsatz kommen werden, gibt es Unterschiede.

Die Drohne aus dem Google-Projekt «Wing» gehört zum Typ Heckstarter, ist also ein Bastard: Sie hebt senkrecht ab wie ein Helikopter und fliegt dann horizontal weiter wie eine Propellermaschine. Am Ziel angekommen, bleibt die Drohne in der Luft stehen, lässt ihre Fracht an einer Schnur herunter, dreht um und fliegt wieder nach Hause. Auf diese Weise besteht keine Gefahr, dass Menschen mit den Propellern in Berührung kommen könnten.

Teure letzte Meile und fehlende Infrastruktur

Hinter dem Projekt steht Sergey Brin, einer der beiden Gründer von Google und einer der reichsten Männer der Welt. Er ist überzeugt, dass Drohnen die Logistik verändern werden. Wo diese aber in Zukunft zum Einsatz kommen werden, ist noch nicht klar.

Ursprünglich plante Google die Auslieferung von Defibrillatoren, da bei einem Herzstillstand jede Minute zählt. Es scheint jedoch die billigere Lösung zu sein, diese medizinischen Geräte für den Notfall an möglichts vielen Orten auf Vorrat zu deponieren, auch wenn dies verschwenderisch erscheinen mag.

Ein weitere mögliche Verwendung: Die Verteilung von Konsumgütern in die Haushalte. Das ist wirtschaftlich vielversprechend, denn der Transport auf den letzten paar Kilometern zwischen der Fabrik in Übersee und dem Konsumenten ist unverhältnismässig teuer. Drohnen aber könnten auch in unterentwickelten Ländern eingesetzt werden, wo es an Strassen mangelt oder diese nicht das ganze Jahr hindurch befahrbar sind, wie das in Teilen Afrikas oder auf Haiti der Fall ist.

An diesen Szenarien arbeitet Google nicht allein, auch andere Firmen und Laboratorien suchen nach Lösungen. Prominentestes Beispiel: Der Online-Riese Amazon verkündete im letzten Dezember lautstark, man werde in ein paar Jahren Bestellungen per Drohne nach Hause liefern. Ganz im Stillen hat das Startup-Unternehmen matternet , Link öffnet in einem neuen Fensterin den letzten Jahren ein automatisiertes Verteilsystem entwickelt, in dem Helikopter grosse Gebiete mit lebenswichtigen Medikamenten versorgen können. Das System ist bereits in Haiti und in Bhutan im Einsatz. In der Schweiz überlegen sich Wissenschafter an der EPFL in Lausanne, Link öffnet in einem neuen Fenster, wie unbemannte Flugzeuge in Gebieten mit mangelhafter Verkehrsinfrastruktur als Transportmittel eingesetzt werden könnten. Investitionen in teure Strassen könnten so vermieden werden.

Für immer Zukunftsmusik?

Über das Internet ein Paar Schuhe bestellen und diese Minuten später nach Hause geliefert bekommen – für den Amazon-Gründer Jeff Bezos ist das keine Utopie sondern schon in wenigen Jahren Alltag. Für die meisten Experten ist diese Einschätzung zu optimistisch.

Auch die Verantwortlichen des Google-Drohnen-Projektes «Wing» sind sich durchaus bewusst, wie gross die Probleme sind, die sie vor einer Einführung noch zu lösen haben. Bei guten Bedingungen leisten Drohnen für Hobby-Piloten schon Erstaunliches. Für eine zuverlässige, professionelle Anwendung muss die Technik aber in jeder erdenklichen Situation funktionieren und sei diese noch so ausgefallen. Nur so lassen sich Zusammenstösse mit anderen Maschinen vermeiden, nur so findet die Drohne auch bei schlechter Witterung wieder nach Hause, ohne sich in einer Starkstromleitung zu verheddern.

Dazu kommen noch die regulatorischen und politischen Hürden. Der kommerzielle Einsatz von Drohnen ist in den USA verboten und die Begeisterung der Flugaufsichtsbehörde Federal Aviation Administration hält sich in Grenzen, gelinde gesagt. Anders als Konkurrent Amazon hat Google jedoch mehr Erfahrung im Lobbieren bei den Aufsichtsbehörden, da hat man aus den Erfahrungen mit dem autonomen Auto gelernt.

Trotz all dieser Herausforderungen sind die Verantwortlichen bei Google überzeugt, dass sie die Probleme grundsätzlich lösen können – früher oder später.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier , Burgdorf
    Bescheuerte Idee. Statt ein Lieferwagen mit 200 Packeten neu 200 Drohnen mit je einem Packet um die Häuser kurven. Die Amis haben eindeutig den Verstand verloren. Da könnte man genau so gut jeden Mallorca-Touristen einzeln nach Mallorca fliegen. Natürlich müssten dann noch ein paar weitere Kriege geführt werden, um das Erdöl vorübergehend zu haben...
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  • Kommentar von Bruno Santoro , Zunzgen
    Na super, dann schwirren tausende von diesen dingern rum, immer schönere Aussichten.
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  • Kommentar von Hans Knecht , Torny
    Trotz meiner Liebe zur Luftfahr halte ich eine Postzustellung via Drohne in dem meinsten Fällen für eine Energie- und Ressourcenverschwendung. Sowas hat nur für abgelegene Alpen Sinn. 99.9% der Menschen leben m.E. an einem Ort wo es auch eine Strasse gibt. Und eine zustellung via Drohnen-Auto ist ökkologischer. Für wen arbeiten Google und Amazon? Für die Armee oder für Superreiche um indirekt ein Überwachungsstaat zu etablieren?
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