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Digital Hier ist die Cloud zu Hause

Die Swisscom hat diese Woche ihr neustes Rechenzentrum in Bern-Wankdorf eingeweiht. Die Anlage ist eine der modernsten ihrer Art in Europa und glänzt mit hoher Energie-Effizienz. Und sie ist das Zuhause der Cloud. Ein Industrie-Loft für Daten.

Lange von schränken gesäumte Gänge
Legende: Es bietet Platz für 5'000 Server, noch stehen aber keine hier: das neue Rechenzentrum der Swisscom In Bern-Wankdorf. swisscom

Wie wohnen unsere Daten? Wo ist sie eigentlich, diese ominöse Cloud, die Wolke, die das Internet ist und doch irgendwie nicht? Dass sie nicht in der Luft schwebt, liegt auf der Hand. Wie handfest die Anlagen jedoch sind, die die Cloud oder zumindest Teile davon beherbergen, durften wir bei der Einweihung des neusten Rechenzentrums der Swisscom in Bern-Wankdorf erleben.

Ein dunkler, fensterloser Beton-Quader.
Legende: 84% des Energie-Verbrauchs sind ICT-Nutzleitung. swisscom

Beste Wohnlage

Es ist eine der angesagtesten Adressen für Cloud-basierte Daten und Anwendungen in der Schweiz. Ein Industrie-Loft für Daten mit gehobenen Ansprüchen sozusagen.
Noch in diesem Jahr wird die Cloud den Neubau beziehen. Der neue Mieter erwartet einen hohen Standard in Sachen Sicherheit und Energie-Effizienz.

Ein Finger in einem Fingerabdruck-Scanner
Legende: Biometrische Kontrollen sollen das Gebäude vor Sabotage und Datenklau schützen. SRF

Fremden Daten und Fötzeln ist der Zugang zum Betonquader verweigert. Dafür sorgt die hauseigene Security-Abteilung mit Fingerabdruck- und Augenscannern sowie Röntgen-Geräten und Festplatten-Schreddern. Die Privatsphäre der Cloud soll nicht gestört werden.

In den Räumen drin herrscht eine reduzierte Ästhetik für die trendbewussten Daten von heute. Neonlicht, dicke Lüftungsrohre, lange von Schränken gesäumte Gänge, weisser Boden, schwere Türen. Ein immer gleiches Klima. Ein Kühlungssystem macht das Gebäude zu einer grossen Daten-Wellnessanlage und sorgt für eine homogene Beschallung.

54‘000 Kubikmeter...

...Platz hat die Cloud, um sich im Rechenzentrum in Wankdorf häuslich einzurichten. Darunter werden die unterschiedlichsten Daten sein, wie etwa aufgenommene Sendungen von Swisscom-TV-Kunden oder E-Banking-Daten verschiedener Banken.

Und auch wenn diese Daten unterschiedliche Ansprüche haben: Individualität wird in den Appartements klein geschrieben. Die Möblierung ist spartanisch. Hellblau und überall exakt 48,26 Zentimeter breit sind die Regale, die für 5‘000 Server bereit stehen.

Es darf an nichts fehlen

Dass es der Daten-Wolke auch bei einem Stromausfall an nichts fehlt, dafür sorgt eine «No-Break-Anlage». Ein Notstrom-Generator der an einen Dieselmotor eines Rheinschiffes erinnert – und auch etwa so laut ist.

Dreck machen nur die Menschen

Die Cloud mag es ordentlich. In ihrem Luxus-Loft liegt nichts am Boden rum und die Türen schlagen Alarm, wen man sie nicht hinter sich schliesst.

Einen Putzplan gibt’s dafür nicht. Das Staubfilter-System ist so gründlich, dass nie geputzt werden muss. Dreck machen ohnehin nur Menschen und von diesen dürfen nur ausgewählte Techniker in die Anlage rein. Sie teilen sich hier den Job des Hauswarts – für die Rundumbetreuung der Cloud.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Ritzmann, Locarno
    Sehr einleuchternder Kommentar. Sicher ist für uns Menschen nur der Tod. Ich bezweifle zudem die Wahl des Standortes, jetzt wo unsere Armee dutzende von unterirdischen Anlagen nicht mehr braucht. Da hätte sich doch eine kostengünstige und erst noch sicherere Option ergeben. Warum ist diese Chance verpasst worden?
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  • Kommentar von claude Nobs, Bern
    kein ernstzunehmender der privatsphäre bedachter software-entwickler wird in naher zukunft sensible daten ohne zusätzliche verschlüsselung in der cloud ablegen.
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  • Kommentar von Siman Sachser, Basel
    Egal wie begeistert alle sind, aber denkt daran, als Informatikfreak sage ich euch: Auf der Cloud wird geklaut. Es ist sehr fraglich, od die Daten wirklich sicher sind. Ich persönlich unterstelle, dass es bewusst Betriebsspionagen gibt, und jeder der möchte an die Daten kommt. Beweisen tut dies die Vergangenheit. Sicher geglaubte Server wurden zu 100% ausspioniert und ausgeschnüffelt. Meint Ihr es ist heuet anders? das sicherste ist das Papier im Tresor oder die Akte im Kopf.
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    1. Antwort von Pino Cuccaro, Herznach
      Generell gesprochen stimme ich mit Herrn Sachser zu, doch für die modernen Datenschutz Anforderungen gibt es noch den Weg der Daten-Verschlüsselung in Verbindung mit einem Schlüsselmanagement. Dafür gibt es sogar einen offenen "Standard", der die Interoperabilität zwischen Herstellern sicher stellt: KMIP - Key Management Interoperability Protocol.
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    2. Antwort von Simon hofer, mühlethurnen
      aber sicher doch, wir lassen unsere 600 citrix Benutzer wieder mit Bleistift und Papier arbeiten... jeder hat seine Daten auf dem privaten gerät und alle Prozesse laufen nur im kopf ab. Willkommen im 21 Jahrhundert!
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