Punkt Swiss: Neue Internet-Adressen für die Schweiz

Ab dem 7. September kann man Namen für die neue Domain «.swiss» registrieren. Die Bedingungen sind streng. Anmelden kann sich erst einmal nur ein kleiner Kreis; Private sind ausgeschlossen. Ziel der Auflagen: das Renommee der Adressen steigern.

Screenshot der Internet-Seite dot.swiss Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die erste «.swiss» Webseite: Schon bald wird die neue Endung im Internet alltäglich. Collage SRF

Ab dem 7. September kann man neue Domain-Namen anmelden, die auf «.swiss» enden. Die erst Webseite, die man unter dieser neuen Endung ereichen kann: dot.swiss, die Anlaufstelle bei Fragen zur neuen Top-Level-Domain «.swiss».

Wer jetzt eine prägnante Web-Adresse mit seinem Familiennamen registrieren möchte, der freut sich zur früh. Die Auflagen, um an einen neuen Domain-Namen zu kommen, sind streng: In der ersten Phase werden nur Schweizer Unternehmen berücksichtigt, die über eine registrierte Marke verfügen.

Ab Januar 2016 wird das Bundesamt für Kommunikation (Bakom), das über die neue Endung wacht, die Bedingungen lockern. Doch auch danach sind die Adressen einem breiten Publikum vorenthalten. Bewerben können sich öffentlich-rechtliche Körperschaften und juristische Personen wie Firmen, Vereine oder Genossenschaften. Eine Öffnung für Private ist laut Bakom nicht geplant.

Horrende Preise für Endungen

Das Bakom hat den neuen Namen für 185'000 Dollar bei der internationalen Registrierungsstelle ICANN gekauft. Dabei ist die neue Endung «.swiss» bloss ein Teil einer weltweiten Strategie der Öffnung, die ICANN einleitete. Der Grund: Für viele klassische Endungen wie «.com» oder «.de» ist es heute praktisch unmöglich, einen prägnanten Domain-Namen zu ergattern.

Die Preise für griffige Bezeichnungen sind weltweit entsprechend hoch. Für «CarInsurance.com» zahlte eine amerikanische Autoversicherungsgesellschaft 2010 satte 50 Millionen Dollar. Die ICANN hofft, dass die Preise sinken, wenn mehr Top-Level-Domain-Namen auf den Markt kommen.

Zückerchen für die Grossen

Die Konzerne waren von dieser Strategie aber nicht begeistert – trotz der in Aussicht gestellten günstigeren Preise. «Während Jahren gab es jede Menge Frust», sagt Jannik Skou, Experte für Domain-Namen bei Thomsen Trampedach. Die Firmen hatten Angst, dass die zusätzlichen Top-Level-Domain-Namen sie teuer zu stehen kommen würden, weil sie sich bei Hunderten von neuen Endungen registrieren müssen.

Um die Firmen ins Boot zu holen, kam ihnen die ICANN entgegen. Zum Beispiel bei der Registrierung: Bei vielen der neuen Endungen haben Firmen in einer ersten Phase ein Vorkaufsrecht – auch in der Schweiz bei der neuen Endung «.swiss».

Von «.paris» über «.bank» bis «.sex»

Die ICANN hat für die Öffnung neue Endungs-Katgeorien definiert. Neben der Kategorie Geografie (.swiss, .berlin, .zuerich etc.) gibt es noch zahlreiche weitere, darunter Branchen (.bank, .plumbing etc.) und Unterhaltung für Erwachsene (.sex). Zudem verkauft das ICANN auch einzigartige Top-Level-Domain-Namen wie Firmen- oder Produktenamen.

Dafür muss ein Konzern tief in die Tasche greifen: Für eine eigene Endung wie etwa «.google» oder «.bmw» zahlt man mindestens 185'000 Dollar. Noch teurer wird es, wenn sich mehrere Interessenten für den gleichen Namen bewerben. Der Konflikt wird dann mit einer Versteigerung gelöst. Im Fall von «.app» hat Google das Rennen gemacht: Dem Internet-Konzern waren diese drei Buchstaben 25 Millionen Dollar wert.

Heimatschutz für Swissness

Gut möglich, dass es auch bei Adressen, die auf «.swiss» enden, zu Konflikten kommen wird. Allgemeine Namen wie «tourist.swiss» oder «schokolade.swiss» können «nur zum Nutzen der ganzen, vom Domain-Namen betroffenen Gemeinschaft verwendet werden», schreibt das Bakom.

Das Ziel: Mit der Endung «.swiss» sollen Schweizer Firmen und Organisationen mehr Glaubwürdigkeit bekommen. Wer sich über die neue Endung präsentiert, muss einen starken Bezug zur Schweiz nachweisen – eine Bedingung, die bei der Anmeldung überprüft wird.