So klingt die Wikipedia

Die Wikipedia feiert ihren 15ten Geburtstag. Wir bringen der Enzyklopädie zu diesem Anlass kein Ständchen, sondern hören uns an, wie sie klingt. Eine Webseite ordnet jeder Änderung an der Wikipedia in Echtzeit einen Klang zu und verwebt diese zu einem endlosen, meditativen Klangteppich.

Graue und grüne Kreisflächen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Minimalistischer Ambient Track screenshot

80'000 Freiwillige tragen jeden Monat neue Inhalte zur grössten Enzyklopädie der Welt bei. 35 Millionen Artikel umfasst die Wikipedia mittlerweile in 291 Sprachen.
Doch auch all diese Zahlen machen die schiere Menge an Wissens, das in der Wikipedia gespeichert ist, nicht wirklich fassbar.

Um die Dynamik greifbar zu machen, mit der all die freiwilligen Autoren das Lexikon stetig weiter treiben, haben die beiden Wikipedia-Enthusiasten Mahmud Haschemi und Steve LaPorte ihre Website Listen to Wikipedia programmiert. Sie stellt anhand unterschiedlicher Klänge sämtliche Änderungen an der Wikipedia in Echtzeit dar.

Hohe Töne stehen dabei für kleine Änderungen, tiefe Töne für grosse. Ein Glockenton erklingt, wenn ein Beitrag erweitert, ein Saitenton wenn einer gekürzt wird. Und jedes mal wenn die Wikipedia-Familie Zuwachs durch ein neues Mitglied bekommt, ertönt ein majestätischer Streicher-Akkord.

Ein Ballett von Kreisflächen

Auch grafisch werden diese Ereignisse umgesetzt: Jede Wikipedia-Bearbeitung erzeugt neben einem Ton auch eine Kreisfläche, an dessen Grösse sich der Umfang der Änderung ablesen lässt. Die Farbe verrät ausserdem, welche Art von User dahinter steckt: Grüne Kreise stehen für unregistrierte oder anonyme User, violette Kreise für Bots, also für von Software-Programmen ausgeführte Änderungen.

Die Idee zu der Klangdarstellung kam Steve LaPort, weil er sich für eine gute Sache engagieren wollte. Jedes Startup-Unternehmen könne in einer attraktiven Echtzeit-Darstellung zeigen, was ein paar hundert Nutzer gerade machen, sagt er. Wikipedia hingegen, eine der meistbesuchten Webseiten im Internet, fehlt diese Möglichkeit. So entwickelten er und Nahmud Haschemi ihre Webseite als freies PR-Instrument für Wikipedia.