Spielkonsole selbst gemacht: Der DIY-Gamer

Traurig, weil unter dem Weihnachtsbaum keine Spielkonsole liegen wird? Weil die Playstation 4 ausverkauft ist und die Xbox One in der Schweiz noch gar nicht zu haben? Kein Grund zur Sorge! Wir zeigen, wie man mit wenig Geld zur eigenen Konsole kommt und dabei noch Programmieren lernt.

Es gibt im Internet verschiedene Bastelprojekte für selbstgemachte Spielkonsolen. Am leichtesten umsetzen lassen sich wohl solche, die auf die Billig-Mini-Computer Arduino oder Raspberry Pi setzen. Wir haben uns das «Do It Yourself Gamer Kit» ausgesucht, mit dem wir für wenig Geld (70 Franken für alle, die schon eine Arduino-Einheit haben; 100 Franken, wenn Arduino noch dazu kommt) eine tragbare Spielkonsole à la Game Boy basteln können.

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Noch mehr DIY-Konsolen

Gameduino (Arduino)

Gameduino 2 (Arduino)

Hackvision (Arduino)

Gamby (Arduino)

ArduinoBoy (Arduino)

Retro Gaming Console (Raspberry Pi)

EmulationStation (Raspberry Pi)

Aber damit nicht genug: Das «Do It Yourself» fängt beim DIY-Gamer nach dem Basteln erst richtig an: Wir lernen nicht nur mit der Arduino-Plattform umzugehen, sondern programmieren nach kurzer Lernzeit gleich auch erste eigene Spiele.

Druckknöpfe, Display, Computerchips

Wer schon einmal einen Lötkolben in der Hand hatte, sollte beim Zusammensetzen der Do-It-Yourself-Konsole eh keine Probleme haben – wer Lötkolben nur von weitem kennt aber auch nicht. Neben der Platine der Konsole und der Arduino-Plattform liegen kaum mehr als zwei Dutzend Teile in der Bastelschachtel: Druckknöpfe, Display, Computerchips, etc.

Statt auf einer ausführlichen Bastelanleitung auf Papier werden die einzelnen Schritte in einem YouTube-Video erklärt (kleiner Einschub: Das Video vergisst zu erwähnen, dass auch die rote LED parallel zur Platine abgeknickt werden muss, damit die orange Plastikabdeckung später satt auf dem Gamer sitzt). Löten und Basteln dauern höchstens ein bis zwei Stunden. Neben dem Lötkolben sind dabei keine anderen Werkzeuge nötig. Eine kleine Zange kann aber beim Abzwacken von Lötresten und überstehenden Drähte helfen.

Arduino gratis herunterladen

Liegt der DIY-Gamer erst einmal fertig vor uns auf dem Tisch, kommt die nächste Herausforderung: Arduino ist eine Open-Source-Plattform, das heisst: jeder kann dafür eigene Programme schreiben. Die Programmiersprache Processing, die dabei zum Einsatz kommt, lässt auch Anfänger schnell Fortschritte machen.

Das Display einer Spielkonsole. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 8 mal 8 Pixel: Der Spiele-Klassiker «Snake» entfaltet seinen Retro-Charme auf dem DIY-Mini-Display. SRF

Zuerst aber muss die Arduino-Software aufs Gerät gebracht werden, die wir gratis herunterladen. Die Installation geschieht in weniger als 10 Schritten und ist auf der Arduino-Seite für PC-, Mac- oder Linux-Computer gut dokumentiert.

Eigene Animationen aufs Display zaubern

Im Arduino-Paket sind schon einige Code-Beispiele dabei, die grundlegende Funktionen und Befehle der Programmiersprache verdeutlichen. Das Beispiel «Blink» etwa, das nicht mehr tut, als eine an der Arduino-Plattform angebrachte LED-Leuchte zum Blinken zu bringen.

Mit «Snake» ist auf dem DIY-Gamer schon ein Spiele-Klassiker vorinstalliert. Wie man noch mehr Games auf die selbst gebastelte Konsole kriegt und wie man eigene einfache Animationen auf das Display zaubert ist unten auf der Übersichtsseite des Gamers beschrieben.

Cheat-Sheets zeigen Code-Beispiele

Nachdem uns die Programm-Beispiele hinreichend mit Arduino bekannt gemacht haben, können wir uns an erste eigene Programme wagen – für den DIY-Gamer natürlich an kleine Games.

Dabei helfen verschiedene Cheat-Sheets (siehe Kasten rechts), die Code-Beispiele zeigen. Sie machen deutlich, wie man die Arduino-Plattform einsetzt, damit auf einen Input (Knöpfchendruck) auch ein bestimmter Output folgt (z.B. dass sich auf dem Bildschirm etwas bewegt).

Simple-Mini-Games sind auf diese Art recht schnell programmiert. Wer selber ein Beispiel hat, kann gerne in den Kommentaren unten damit angeben.