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Steve Jobs steht vor einer Präsentation mit einem iTunes Screenshot.
Legende: Steve Jobs gelang es, die Musikindustrie von der Idee legaler Musikdownloads zu überzeugen. Keystone
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Digital Vor zehn Jahren erfand Apple den Musikladen neu

25 Milliarden Musikstücke in 10 Jahren: iTunes hat die Geschäftsmodelle der Musikindustrie im digitalen Zeitalter entscheidend geprägt.

Als der digitale Musikladen «iTunes» am 28. April 2003 online ging, war sein Erfolg noch alles andere als gewiss. Auch wenn Steve Jobs schon damals von seiner eigenen Idee überzeugt war, gab es viele Skeptiker und kritische Beobachter.

Viele Vertreter der Musik-Industrie zweifelten daran, ob ein kostenpflichtiges Angebot  Leute davon abhalten könne, Musik in Massen von illegalen Tauschbörsen herunterzuladen.

Am Anfang stand der Kopierschutz

Im Jahr 2009 dann verkündete Apple, dass man in Übereinkunft mit der Musikindustrie ab sofort auf den Einsatz von DRM (siehe Kasten unten) bei der Musik verzichten würde. Längst hatte iTunes bewiesen, dass es ein zahlungsbereites Publikum für digitale Musik im Internet gibt. Und längst war iTunes zu einem der wichtigsten Verkaufskanäle der Musikindustrie geworden. Geschätzt ein Viertel der legal verkauften Musik wird heute von iTunes in Umlauf gebracht. Bei den 30 Prozent des Umsatzes, die Apple für sich behält ist das Geschäft auch für den Computerhersteller zu einem wichtigen Standbein geworden.

Die anfängliche Skepsis der Musikindustrie zeigte sich am deutlichsten daran, dass die Plattenfirmen nur bereit waren, bei dem Experiment mitzumachen, wenn Apple die digitale Musik mit einem Kopierschutz (DRM, siehe Infobox) versehen würde. Entgegen seiner eigenen Überzeugung willigte Steve Jobs ein.

Musik, Filme, Bücher, Apps

Längst hat sich iTunes vom Musikgeschäft zum Gemischtwarenladen gemausert. Das Medien-Angebot wurde über die Jahre erweitert und umfasst heute auch Bücher, Filme und Fernsehsendungen. In Sachen Umsatz nehmen mittlerweile die Apps für iOS-Geräte und die Software für Apple-Computer zusammengerechnet den ersten Platz ein.

Analysten schätzen, Link öffnet in einem neuen Fenster, dass der jährliche Gewinn, den Apple dank den mobilen Anwendungen mit dem iTunes Store erwirtschaftet, auf 2 Milliarden Dollar angewachsen ist.

Die Alternative: Streaming

iTunes steht heute mit über 60 Prozent Marktanteil scheinbar unangefochten an der Spitze des Online-Musikverkaufs. Doch neue Geschäftsmodelle versuchen Apple den Platz streitig zu machen. So hat sich der schwedische Musik-Streaming Dienst Spotify längst einen Namen als zeitgemässe Alternative zum iTunes-Modell «Kaufen und Herunterladen» gemacht.

Bei Spotify und anderen Streaming Anbietern wie Pandora oder Google (Google Play) bezahlt der Konsument eine monatliche Gebühr und kann dafür uneingeschränkt Musik auf verschiedene Endgeräte streamen. Schon lange rechnen Insider damit, dass auch Apple den iTunes Store mit einem Streaming-Angebot, Link öffnet in einem neuen Fenster erweitert. Laut Gerüchten könnte es in diesem Jahr so weit sein.

DRM / Kopierschutz

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DRM steht für «Digital Rights Management». DRM verhindert zwar nicht das Kopieren von Dateien, es lässt sie aber nur auf autorisierten Geräten abspielen. Faktisch kommt DRM einem klassischen Kopierschutz gleich und stösst darum auch unter aufrichtigen Konsumenten verbreitet auf Ablehnung.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von floro rough , züri
    ...oder 28. April 2003.
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    1. Antwort von SRF Wissen & Digital , Zürich
      Oups, danke für den Hinweis auf den Verschreiber.
  • Kommentar von Lucas Kunz , Sallneck
    Apple hat Sony, Emi und Deutsche Grammophon längst überholt - aber das verrückteste an der ganzen Geschichte: Anstatt dass die technische Qualität sich vor allem gegenüber CD, der SACD oder DVD sich verbessert hätte - nein, man verkauft die "Songs" in Telefonübertragungs- bzw. in nur Audiofilmspurqualität. Dafür ist das MP3 nämlich überhaupt entwickelt worden. Das Zeug tönt dann auch dementsprechend gruusig nach leerer Blechdose. Aber die Konsumenten scheinen diesbezüglich wohl taub zu sein.
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    1. Antwort von Jonathan Wolff , Bern
      Ich würde es anders formulieren: Der 08/15 Konsument sucht sich immer die günstigste Lösung für seine Vorlieben. Für 90% der Bevölkerung reicht das mp3/aac format, denn selbst wenn sie qualitativ bessere Dateien besitzen würden, würden sie ja kein Unterschied bemerken angesichts der schlechten Hardware die viele im Gebrauch haben. Ich bevorzuge die CD, da kann ich mir Lossless-Dateien erstellen. Mit einer entsprechender Anlage oder Kopfhörer ein wahrer Genuss!
    2. Antwort von M.Schmid , Bern
      MP3 wurde nicht für Telefonübertragungs- oder Audiofilmspurqualität entwickelt. Es war eine Studie der menschlichen Wahrnehmung, und geht durchaus gut bei Musik. Ein mit LAME (die Wahl des Kodierers ist wichtig!) kodiertes 192kbit MP3 ist eigentlich nie von einer CD zu unterscheiden; selbst wenn dieses synchron mit der CD abgespielt wird kann man das Original nicht identifizieren. Und die meisten haben bei ihrer Stereoanlage bei 128kbit auch kein Problem. Versuchen Sie's doch einfach einmal!
    3. Antwort von M.Schmid , Bern
      Noch eine Anmerkung: iTunes hat auch andere Formate. 256kbit AAC beispielsweise. Und andere online Musik-Shops (Apple ist nicht so meine Firma) haben neben MP3 nicht selten auch gut codiertes Ogg Vorbis oder gar das verlustfreie FLAC. So schlimm ist die Situation also wirklich nicht...