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Digital Warum die Handys billig bleiben

Der Siegeszug der Mobiltelefonie wurde auch durch billige Geräte-Preise befeuert. Doch eigentlich würden die Anbieter lieber auf die Vergünstigungen verzichten. Wiederholt hiess es darum, mit den Verbilligungen sei bald Schluss. Geschehen ist bis jetzt aber nichts.

Ein iPhone von Apple und Samsungs Galaxy-Smartphone
Legende: Kundenbindung dank billig Preisen: Das iPhone von Apple und Samsungs Galaxy-Smartphone gibt es bei vielen Anbietern zum Fast-Gratis-Preis. Reuters

Beispiel Galaxy S4 von Samsung: Der Listenpreis beträgt stolze 798 Franken und selbst beim günstigsten Online-Händler kostet das Gerät noch gut 700 Franken. Nicht so, wenn man sich für ein «flat 6»-Abonnement von Sunrise entscheidet – dann gibt es das S4 nämlich schon für einen symbolischen Franken.

Hunderte von Millionen

Sunrise ist nicht der einzige Telekom-Anbieter, der mit verbilligten Geräten Kunden locken will. Auch bei Orange und Swisscom finden sich solche Angebote. Wie viel genau die Anbieter für subventionierte Telefone ausgeben, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von mehreren Hundert Franken pro Gerät aus. Bei Smartphones wie dem Galaxy S4 oder dem iPhone liegt die Zahl besonders hoch. Insgesamt soll es um Hunderte Millionen Franken im Jahr gehen.

Für Swisscom und ihre Mitanbieter sind günstige Handys ein wichtiges Mittel im Kampf um neue Kunden, bei denen der Preis des Geräts oft den Ausschlag für die Abo-Wahl gibt. Mit dem Siegeszug der höher subventionierten Smartphones haben die Kosten für die Anbieter aber stark zugenommen. Gleichzeitig wird immer mehr Geld für den Ausbau und Unterhalt der Netze nötig, auch weil dank Smartphones der mobile Datenverkehr enorm zunimmt.

Teurere Geräte, weniger Kunden

Immer gibt es darum Ankündigungen, die verbilligten Geräte würden bald aus dem Angebot verschwinden. Zuletzt etwa von Sunrise-Chef Oliver Steil, Link öffnet in einem neuen Fenster. Passiert ist bisher aber erst wenig – und das dürfte auch in Zukunft so bleiben, meint Swisscom-Sprecher Olaf Schulze: «Der Schweizer Konsument ist sich gewöhnt, beim Abonnementsabschluss ein verbilligtes Gerät zu bekommen. Und er weiss auch, dass er diesen günstigeren Preis mit etwas teureren Abo-Gebühren wieder abzahlt.»

Swisscom habe schon einmal versucht, von subventionierten Geräten wegzukommen – mit dem Ergebnis, dass Kunden abgewandert sind. Dasselbe passierte jüngst in Spanien, wo Vodafone und Telefonica ihre Geräte nur noch zum Vollpreis anbieten, Link öffnet in einem neuen Fenster. Resultat: Beide verloren zusammen gut 260'000 Kunden, während Konkurrent Orange 90'000 neue dazugewann.

Nur mit der SIM-Karte des Anbieters

Für den Kunden kann sich ein verbilligtes Handy trotz höherer Abo-Gebühr unter Umständen lohnen – etwa wenn er das Abonnement genau nach Ablauf der Mindestdauer kündet. Weil die Bedingungen von Anbieter zu Anbieter aber sehr verschieden sind, lohnt es sich auf alle Fälle, vor Vertragsabschluss genau zu überprüfen, welche Bedingungen das Abonnement festlegt und welche Zusatzkosten fällig werden etwa wenn man ins Netz eines anderen Anbieters telefoniert oder Daten aus dem Internet abruft.

Und es gilt zu bedenken, dass ein verbilligtes Handy meist nur mit der SIM-Karte des entsprechenden Anbieters funktioniert. So kann man zum Beispiel nicht einfach im Ausland mit der SIM-Karte eines lokalen Anbieters billiger telefonieren.

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