Willkommen in der Mitte!

Wir sind gerne mittendrin. Aber wo ist das genau? Wo ist die Mitte vom Aargau? Die Mitte vom Brienzersee? Die Mitte der Autobahn A2? Antworten liefern uns die digitalen Kartendienste. Wir haben uns von ihnen einmitten lassen und verschiedene Mittelpunkte besucht – in echt.

Wenn ich bei einem Kartendienst wie zum Beispiel Google Maps einen Suchbegriff eingebe – eine Ortschaft, eine Region, einen Kanton oder den Namen eines Gebäudes – und dann so weit in die Karte hineinzoome wie nur möglich, lande ich bei der Mitte meines Suchbegriffs.

Dieses Spiel ist reizvoll, denn wie genau die Mitte aussieht, ist meist nicht vorhersehbar. Und die Mitte unterscheidet sich je nach dem, welchen Kartendienst ich benutze. Google Maps definiert die Mitte von Bern in der Nähe des Budeshauses, doch Microsofts Kartendienst beim Fischermätteli.

Auch der eigene Standort kann sich auf eine Mitte auswirken: Wenn ich in der Region Bern nach der Mitte der Autobahn A2 suche, lande ich in der Region Egerkingen. Wenn ich dies von Zürich aus tue, ist die Mitte der A2 am Sempachersee.

Mitte ist also nicht gleich Mitte, aber immer faszinierend – vor allem dann, wenn man die Mitte besucht, vor Ort in Natura und sich so quasi einmittet. Eine hervorragende Möglichkeit, Zeit zu vertreiben und gleichzeitig viel über ein Land oder eine Region zu erfahren.

Wir sind alle Mitte!

Wir haben euch nach Bildern von euren Mitten gefragt. Hier sind sie. Danke!

Den Schwerpunkt finden

Der Geografische Mittelpunkt lässt sich mit unterschiedlichen Methoden bestimmen. Am gängigsten ist die Berechnung mittels Flächenschwerpunkt. Erläutert auf der Wikipedia am Beispiel Schweiz: «Dieser geometrische Schwerpunkt ist der Punkt, bei dem eine Nadel angesetzt werden müsste, um die Schweiz gleichmässig auszubalancieren. Man stelle sich eine Schweizer Landkarte auf homogenem Karton vor, die den Landesgrenzen entlang abgeschnitten wird. Um dieses Stück Karton mit einer Nadel auszubalancieren, muss die Kartonschweiz genau beim Flächenschwerpunkt unterstützt werden.»

Die die nach der Schwerpunkt-Methode ermittelte Mitte der Schweiz liegt übrigens auf der Älggi-Alp im Kanton Obwalden.

Kann es nur eine Mitte geben?

Es gibt so viele Mitten wie Messmethoden. Dies zeigt der Fall von Europa, dessen Mitte gleich mehrere Ortschaften deren Länder beanspruchen. Neben der Schwerpunkt-Berechnung gibt es auch die Methode, die Koordinaten der entfernstesten Zipfel aller vier Himmelsrichtungen zu mitteln, oder auch, den Schnittpunkt der Nord-Süd und Ost-West-Achsen dieser vier Punkte als Mitte zu definieren. Die Frage, welches Gewicht Gewässer und Inseln bei den verschiedenen Berechnungns-Methoden haben sollen sorgt für noch mehr mögliche Mitten. Es geht also nicht nur darum, die Mitte zu finden, sondern die richtige Methode, um sie zu sich zu holen.

Treffen in der Mitte

Ein Kartenausschnitt mit dem berechneten Resultat von GeoMidPoint Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: GeoMidPoint berechnet die exakte Mitte. Screenshot SRF

Welches Kaff und welche Beiz liegen genau in der Mitte? Um den Ort zu finden, der von verschiedenen Wohnorten am kürzesten entfernt ist, sind Mathe-Kenntnisse gefragt. Oder aber man lässt sich die Lösung von GemoMidPoint berechnen. Die Webseite zeichnet den exakten Mittelpunkt zweier oder beliebig vieler Punkte (z.b. Wohnadressen) auf den Google-Karten ein.