Youtube: Neuer Streaming-Dienst für Gamer

Am 26. August um 20:00 Uhr geht der neue Streaming-Dienst für Gamer von Google online. Damit setzt der Internetgigant den Marktführer Twitch unter Druck. Was bringt der neue Dienst? Und worauf müssen wir noch warten?

Smartphone, Browser und Tablet mit der neuen Oberfläche Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Game Streaming per Youtube: So sieht die Oberfläche des neuen Dienstes aus. YouTube

Am 26. August geht gaming.youtube.com online – allerdings nur dort auf der Welt, wo Youtube heute schon präsent ist und vorerst nur in englischer Sprache.

Laut Google soll der Dienst den Gamern ein umfassendes Angebot zur Verfügung stellen: 25'000 Games erhalten ihre eigene Seite, darunter auch Titel aus den Anfangszeiten; alle Spiele werden klassifiziert damit man sich im grossen Angebot schneller zurechtfindent. Neben Let's Play-Videos bietet der neue Dienst auch Reviews an und vor allem natürlich Live-Streams.

TV-Sendung aus dem Wohnzimmer

Jeder und jede kann so von zu Hause den Verlauf eines Games in Echtzeit in die ganze Welt übertragen. Die Streams basieren auf dem HTML 5-Standard – bis zu 60 Bilder pro Sekunde sind möglich und das in HD-Qualität (1080p). Bei Twitch hingegen sorgt der Flash-Player, über den die Streams laufen, immer wieder für Unmut.

Jeder Liverstream wird gepuffert. Der Vorteil: Wer eine Szene verpasst oder sich eine Wiederholung anschauen möchte, kann jederzeit bis zu vier Stunden im Stream zurückspuhlen – ein Feature, das man bei Konkurrent Twitch vergebens sucht. Darüber hinaus archiviert Google alle Live Streams. Diese stehen dann den Fans jederzeit zur Verfügung.

Für den neuen Dienst hat Google eine App für Android und iOS entwickelt; vorerst für den amerikanischen und britischen Markt, weitere Länder sollen bald folgen.

Das Imperium schlägt zurück

Dass Google den neuen Dienst am 26. August startet, scheint kein Zufall zu sein: Fast auf den Tag genau kaufte Amazon vor einem Jahr den Game-Streaming-Dienst Twitch für eine Milliarde Dollar. Zuvor waren Gerüchte zirkuliert, dass Google den Streaming-Dienst übernehmen werde. Doch Amazon machte das Rennen, Google ging leer aus.

Was sich genau abspielte, ist nicht klar: Liess Google den Deal aus Angst vor der Wettbewerbskomission platzen? Oder machte Amazon ein besseres Angebot? Klar ist: Der Internetgigant ruhte nicht und schlägt nun mit einem eigenen Dienst zurück. Und zum ersten Mal kommt der Pionier im Game-Streaming, Twitch, ernsthaft unter Druck.