Zeig uns deine App!

«Welches ist die speziellste App auf deinem Smartphone?» Das fragten wir Passanten auf der Strasse und die Hörerinnen und Hörer von SRF 3.

Es braucht keine farbigen Hüllen, um dem Smartphone eine persönliche Note zu verleihen. Das tun bereits die Apps, die man drauf hat. Millionen davon tummeln sich in den App Stores und decken jedes erdenkliche Bedürfnis und jede erdenkliche Anwendung ab. Welche Apps weit vorne auf dem Smartphone Platz nehmen dürfen, sagt deshalb einiges über die Besitzer und deren Interessen aus.

Wir wollten wissen, welches die wichtigsten, speziellsten, lustigsten, eindrücklichsten, unverzichtbarsten Apps sind.

Privatangelegenheit

Unsere Strassenumfrage hat aber deutlich gemacht: Was man auf dem Smartphone mit sich herumträgt, ist sehr persönlich. Viele Passanten hatten keine Lust, uns ihre Lieblings-Apps zu zeigen. Oder sie fanden sich zu gewöhlich und gaben an, ausser WhatsApp und Facebook nichts Besonderes auf dem Homescreen zu haben.

Auffallend: Besonders ältere Personen waren schwer dazu bewegen, ihren Homescreen herzuzeigen. Umgekehrt waren die Personen mit den wenigsten Berührungsängsten grösstenteils unter 30 Jahre alt. Nicht nur deswegen ist unsere kleine Auswahl selbstverständlich nicht repräsentativ. Doch sie zeigt gut, wie individuell und persönlich die Smartphone-Nutzung ist.

Diese App mögt ihr – eine Auswahl

Der für uns überraschendste Tipp kommt von Danielle Forster: Sie verfolgt mit der App von MarineTraffic, wo sich italienische Schleppnetzfischerboote grade im Mittelmehr aufhalten. Ein äusserst spezifisches Hobby! Die App zeigt in Echtzeit den Standort von Schiffen an, weltweit, inklusive Geschwindigkeit, Name, Ziel und Foto. Und gibt so einen faszinierenden Einblick in die Warenflüsse einer globalisierten Wirtschaft. MarineTraffic hat übrigens auch eine Website mit ähnlicher Funktionalität wie die App. Wer lieber fliegt als schippert, kann mit Flightradar 24 auch Flugzeuge beobachten, wie das SRF-3-Hörer Christian Strebel in Nairobi (!) tut.

Martin Jelk geht auf Nummer sicher mit Witness Driving. Damit verwandelt er sein Smartphone in eine Dashcam – also eine Kamera auf dem Armaturenbrett des Autos, die alles mitfilmt, was auf der Strasse passiert. In Russland sind Dashcams sehr beliebt, um bei Versicherungsstreitigkeiten Beweismaterial zu haben – und um ab und zu den Einschlag eines Meteors zu filmen.

Und schliesslich zeichnet sich wenigstens eine Gemeinsamkeit ab: Viele von euch benutzen das Smartphone zum Fotografieren, also sind Foto-Apps wichtig. Eure Favoriten bis jetzt sind allerdings v.a. die bekannten: Instagram, Camera+ oder Snapseed.

Der Preis für die klar nerdigste Liste geht an Jürg Widmer: ActiveDir Manager, VPN Client, Ping & DNS, Keepass, Bubble UPNP – natürlich auf Android.

Auffällig: Ausser vereinzelten Fans des Draussen-Rumtigern-Spiels Ingress von Google oder der Hitparadenstürmer Hay Day und Candy Crush Saga hat niemand von euch ein Game genannt. Das widerspricht der Statistik, ist doch Spielen auf dem Smartphone die Tätigkeit, die am meisten Zeit einnimmt und sind Games regelmässig die Kategorie von Apps, die am meisten Umsatz macht. Für diesen Widerspruch haben wir nur zwei plausible Erklärungen: Entweder ihr denkt beim Wort «App» nicht an Spiele – die laufen in einer eigenen Kategorie. Oder die Spielerinnen und Spieler unter euch sind so mit Spielen beschäftigt, dass sie weder Radio hören noch Internet lesen können.