Beim Scrollen auf Social Media fallen sie auf, bekannte Gesichter und Schlagzeilen wie: «Das ganze Land ist schockiert über die Aussage von Mona Vetsch!»
Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass etwas nicht stimmen kann. Oft wirken die Fotos verzerrt – weil sie es sind. Es handelt sich in der Regel um Deepfakes, um technisch manipulierte Bilder. Hinter den Posts stecken Betrüger und Betrügerinnen, die mit Hilfe von bekannten und darum vertrauenswürdig wirkenden Gesichtern Geld verdienen.
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Bild 1 von 3. Mit schockierenden «Schlagzeilen» und bekannten Gesichtern versuchen Betrüger, Geld einzunehmen. Betroffen sind neben Mona Vetsch auch andere SRF-Gesichter wie Reto Lipp, Andrea Vetsch, Sandra Boner und Mario Torriani – aber auch Politikerinnen wie Karin Keller-Sutter oder Unternehmer wie Peter Spuhler. Bildquelle: ZVG/Screenshot.
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Bild 2 von 3. Bezahlte Anzeigen auf sozialen Medien führen oft auf gefälschte Newsseiten, wo «Interviews» zum Investieren anregen sollen. Dafür wird das Layout von bekannten Newsseiten kopiert. Bildquelle: ZVG/Screenshot.
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Bild 3 von 3. Teilweise lassen sich die gefälschten Bilder einfach entlarven, doch mit besseren technischen Möglichkeiten werden die Fakes immer raffinierter. Bildquelle: ZVG/Screenshot.
«Mein Gesicht war mithilfe von KI so verändert, dass ich verprügelt aussah. Dazu ein scheinbares Blick-Interview, in dem ich Werbung gemacht habe für ein Anlagetool – natürlich alles Fake», sagt Moderatorin Mona Vetsch.
Zuerst tut sie die die Fake-Posts als einmalige Sache ab, dann entwickeln sie sich zum dauerhaften Ärgernis. «Ich dachte, das geht vorbei. Doch ich habe mich getäuscht – das Ganze läuft seit drei Jahren.»
Der Schaden ist gross
Die Betrugsfälle, die auf solchen Fake-Werbungen basieren, haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen. «Die Fälle haben sich im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorhalbjahr verfünffacht», berichtet Vetsch. Es geht um viel Geld und viele Betroffene.
Zu einem gewissen Grad fühle ich mich hilflos.
Opfer werden Menschen aller Altersklassen, die in gutem Glauben investieren. Mona Vetsch erzählt von einem Lehrling, der mit den Fake-Anlagen sein Geld vermehren will und von Pensionierten, die den gefälschten Anzeigen glauben und ihr Geld verlieren.
Mona Vetsch machen diese Geschichten betroffen: «Nach drei Jahren muss ich sagen: Zu einem gewissen Grad fühle ich mich hilflos und es macht mich auch unglaublich wütend.»
Plattformen profitieren
Trotz aller Bemühungen, über die Staatsanwaltschaft, Cyber-Polizei und Plattformen gegen die Betrügereien vorzugehen, scheint es keine einfache Lösung zu geben. Wenn Mona Vetsch und ihre Follower die Fakes bei den Plattformen melden, erhält sie oft die Antwort: «Wir können keine Verstösse gegen unsere Richtlinien feststellen.»
Ein Grund dafür sieht die Moderatorin in den finanziellen Interessen der Plattformen. «Diese Fakes sind alle bezahlte Werbung. Eine Reuters-Studie sagt, dass Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, zehn Prozent seines Werbeumsatzes mit Werbung für betrügerische Fake-Inhalte macht. Das wären etwa 16 Milliarden Dollar.»
Diese Zahlen verdeutlichen das Dilemma: Die Plattformen profitieren finanziell von Anzeigen – egal, ob diese echt oder betrügerisch sind.
Melden, melden, melden
Trotzdem sei es wichtig, die Fakes weiterhin konsequent bei den Plattformen zu melden. «Auch wenn man einen Post schon tausendmal gemeldet hat – man soll es wieder tun, um den Druck auf die Plattformen zu erhöhen», sagt Mona Vetsch.
Und ebenfalls wichtig: Wer Opfer eines Betrugs wurde, sollte unbedingt zur Polizei gehen. Nur so könne sich etwas ändern.
Fakes werden raffinierter
Vetsch weist auch darauf hin, dass die Fakes immer raffinierter werden. «Bei den ersten Fakes vor drei Jahren dachte ich: Das glaubt kein Mensch. Mittlerweile sind sie so gut, dass man mich in Videos Anlagetipps vermitteln sieht – da merkt man die Fälschung fast nur noch am schlechten Thurgauer Dialekt.»
Woran man sich jedoch orientieren kann: «Immer wenn dir jemand verspricht, dass du in kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen kannst, kannst du sicher sein: Du bist nicht die, die profitiert, sondern immer der andere.»