Zum Inhalt springen

Header

Die traditionellen Sprachgebiete des Kantons Graubünden.
Legende: Die traditionellen Sprachgebiete des Kantons Graubünden. AfK, GISZ
Inhalt

Allegra Rumantschs Facts & Figures zur romanischen Sprache

Wie viele Menschen sprechen eigentlich Rätoromanisch? Und was genau ist ein Idiom? Die Fakten zum Thema.

Während die Bevölkerung in der Schweiz stetig wächst, sprechen immer weniger Menschen Romanisch. Woran das liegt? Es gibt keine genauen Zahlen. Die letzte Volkszählung fand im Jahr 2000 statt. Zehn Jahre später, also im Jahr 2010, wurde zwar nochmals gezählt, doch damals waren es nur Stichproben. Der prozentuale Anteil der Rätoromanen in der Schweiz liegt gerade mal bei 0.5%.

Prozentuale Verteilung der Sprachen, 1950 - 2000

195019601970198019902000
Deutsch72.169.464.965.063.663.7
Französisch20.318.918.118.419.220.4
Italienisch5.99.511.99.87.66.5
Rätoromanisch1.00.90.80.80.60.5
Nichtlandessprachen0.71.44.36.08.99.0

Rätoromanisch als Sprache

Audio
Voxpop: Welche Sprache wird hier gesprochen?
00:19 min, aus Audio Aktuell SRF 3 vom 10.06.2013.
abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.

Rätoromanisch – oder auch schlicht Romanisch – ist seit 1938 eine der vier Nationalsprachen der Schweiz und eine der drei Landessprachen des Kantons Graubünden. Das romanische Sprachgebiet ist einem ständigen Zerfall ausgesetzt.

Die romanischen Sprachen

  • gehören zum (modernen) italischen Zweig und somit zu den indogermanischen Sprachen
  •  Es gibt etwa 15 romanische Sprachen mit rund 700 Mio. Muttersprachlern, 850 Mio. inklusive Zweitsprechern.
  • Die sprecherreichsten romanischen Sprachen sind Spanisch (330 Mio. Sprecher, 415 Mio. inklusive Zweitsprecher), Portugiesisch (216 Mio.), Französisch (80 Mio., 265 Mio. inklusive Zweitsprecher), Italienisch (62 Mio.) und Rumänisch (28 Mio.)
  • Romanisch gehört zu den gefährdeten Sprachen Europas
  • Rein statistisch gesehen müsste es in den wenigen Jahrzehnten von der Sprachenkarte der Schweiz verschwunden sein. Prognosen über sprachliche Entwicklungen sind aber schwierig anzustellen und solange die Romanen gewillt sind, ihre Sprache zu sprechen, solange wird die Sprache leben.

Der Klang der Sprache ist sehr markant und wenn man sich nicht an die Sprache gewohnt ist, ist es schwierig die Sprache zu erkennen. (Siehe Audio oben)

Zweisprachigkeit

Der dreisprachige Kanton Graubünden ist einem starken und stetigen Wandel ausgesetzt. Deutsch ist seit Beginn der Germanisierung Rätiens (5. – 10. Jh.) in ständigem Vormarsch. Von den in der Schweiz gesprochenen Sprachen liegt romanisch lediglich an 10. Stelle hinter dem Deutschen, Französischen, Italienischen, Serbisch/Kroatischen, Albanischen, Portugiesischen, Spanischen, Englischen und Türkischen.

Durchgehend zweisprachig (Romanisch-Deutsch) sind nur die Romanen. Viele von ihnen sprechen und verstehen zudem auch die beiden anderen Landessprachen der Schweiz. (Französisch und/oder Italienisch).

Idiome

Ein Idiom ist eine Spracheigenschaft einer kleineren, meist regionalen, Gruppe von Sprachbenutzern. Beim Romanischen sind die Idiome keine Dialekte. Sie werden nicht nur gesprochen, sondern auch geschrieben. Im Romanischen gibt es folgende fünf Idiome

  • Sursilvan
    Sursilvan wird vor allem im Vorderrheintal - ab Laax/Flims – gesprochen. Sursilvan ist das meist verbreitete Idiom. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Region sprechen Sursilvan. Die Zahlen basieren alle auf der Volkszählung aus dem Jahr 2000.
  • Sutsilvan
    Sutsilvan spricht man vor allem im Gebiet Hinterrhein/Schamsertal. Im Vergleich zu Sursilvan ist das am wenigsten gesprochene Idiom. Etwa 1‘000 Leute, oder ca. 15% der Bevölkerung, sprechen Sutsilvan.
  • Surmiran
    Surmiran wird vor allem im Oberhalbstein, im Zentrum in Savognin, gesprochen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung spricht dieses Idiom.
  • Puter
    Knapp ein Drittel der Bevölkerung spricht Puter. Dieses Idiom spricht man im Oberengadin und Bergün/Filisur.
  • Vallader
    Vallader ist ein weit verbreitetes Idiom. Im Gebiet Unterengadin und Münstertal sprechen ca. 6‘000 Leute Vallader. Das sind knapp 80% der Bevölkerung.

Das gesamte Spektrum aller lokalen Mundarten können diese Schriftidiome aber bei weitem nicht abdecken. Dutzende von Ortsdialekten machen die romanische Sprachlandschaft zu einem verwirrenden Mikrokosmos. (Quelle: Lia Rumantscha)

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Buralli-Gossweiler , 8052 Zürich
    Wir sind so stolz, dass wir vier Landessprachen haben. Pflegen wir sie also auch.Wir sind hier in der Schweiz und nicht in Portugal, Spanien oder der Türkei. Auch wenn ich finde, dass jede Auseinandersetzung mit einer neuen Sprache Verständigung und Gewinn bringt.
  • Kommentar von Rolf Brauchli , Rüti
    Nach den SprachenD/F/I kommen Portugiesisch Spanisch und Türkisch. Rätoromanisch bekommt zu viel Gewicht.
    1. Antwort von Sandra Oberoi , Lenzburg
      Was heisst das "zuviel Gewicht"? Rumantsch es üna part da nossa cultura e massa blera cultura nu poja gnanca dar... Romanisch ist Teil unserer Kultur und zuviel Kultur kann es nicht geben!
    2. Antwort von Erwin Giger , Ilanz
      Romanisch ist wohl die einzige rein schweizerische Sprache. Somit sollte es ein Interesse der Schweiz sein diese Sprache zu erhalten! Also voll nicht überbewertet! Ich finde diese Aktion von SRF3 super. Nach jrz ein weiteres Highlight aus dem Hause SRF3.
    3. Antwort von Mazzina , Scuol
      Und was soll man nun aus dieser Aussage schlussfolgern? Dass die Schweiz Portugiesisch, Spanisch und Türkisch fördern soll? ^^