Aus Biofleisch mach Bioleder

IP Suisse, Naturaplan oder Bio – bei Lebensmitteln schauen wir gerne ganz genau hin. An der Fleischtheke fragen wir lieber zweimal nach, ob das Plätzli von einem glücklichen Rind stammt. Warum aber nicht beim Leder?

Zu sehen ist ein Lederarbeiter in kurzen Hosen der auf Holzplanken kauert. Um ihn ist das Leder von einem Dutzend Tierhäute ausgebreitet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Leder Ob es dereinst ein Label «Leder von glücklichen Tieren» geben wird, steht noch in den Sternen. Keystone

Wo wir die Lederjacke oder die warmen Winterstiefel gekauft haben, daran erinnern wir uns meistens noch. Wir wissen allerdings nicht, wo das Leder dafür herkommt. Und unter welchen Umständen die Tiere geschlachtet wurden. „Das ist nicht prinzipiell die Schuld der Konsumenten“, sagt Modeexperte Jeroen van Roijen. Denn in der Mode gehe es immer mehr um das Aussehen und nicht etwa um die Nachhaltigkeit von Materialien.

Die Mode-Industrie hat es bis heute verpasst, sich um dieses Thema zu kümmern. Der Schweizer Tierschutz STS hat sich mit dem Thema Leder auseinandergesetzt und ortet Handlungsbedarf. Das Leder von getöteten Tieren soll verwertet und nicht einfach entsorgt werden, sagt Sarah Wehrli vom Schweizer Tierschutz. Wünschenswert sei aber Transparenz.

Bioledertasche, Bioschuhe, Biogürtel...

Denkbar sei beispielsweise, ein Label für Leder zu schaffen. Ein Label für Leder von glücklichen Tieren. Der Schweizer Tierschutz arbeitet darauf hin, dass ein solches Label Realität wird. Ob und wann das gelingt, steht noch in den Sternen.

Radikalere Tierrechtsorganisationen wie etwa die amerikanische PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) gehen derweil einen Schritt weiter. Sie fordern gleich ein Verbot von Leder in der Modebranche. Anwendung findet die lederfreie Mode bei der britischen Designerin Stella McCartney. Sie verzichtet seit Jahren in ihren Kollektionen auf alle Produkte mit Leder.