Gurtenfestival: Das Wohlfühlfestival mit hochkarätigen Acts

«Mein bisheriges Highlight dieses Festivalsommers!» Tina Nägelis Fazit zum Gurtenfestival fällt sehr gut aus. Das Berner Openair wartete zwar nicht mit originellen Innovationen auf. Doch die bewährte Mischung aus Freundetreff und tollen Konzerten ging dieses Jahr besonders gut auf.

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Bildlegende: So hat Tina Nägeli das Gurtenfestival erlebt. SRF 3/Florian Schweer

Die Leute kommen auf den Gurten wegen des Festivals und nicht wegen des Line-Ups. Das bestätigte mir praktisch jeder hier oben. Auf dem «Güsche», hoch über Bern gelegen, mit atemberaubender Aussicht, versammelt sich Jahr für Jahr die Gurtenfamilie. Die Treue der Festivalbesucher zu ihrem Lieblings-Openair ist riesig.

Festival-Style

Das Gelände sieht jedes Jahr mehr oder weniger gleich aus. Im Gegensatz zum Openair Frauenfeld gibt es hier kein überkrasses Designkonzept, das den Besucher in eine andere Welt entführt. Das ist nicht negativ. Mir gefällt es so. Denn der Berner Haushügel besitzt an sich schon genug Ausstrahlung. Wer ihn erklimmt, fühlt sich sofort wie zuhause.

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SRF 3-Festivalaward

Das Gurtenfestival hat «mega gute Chancen auf den Award», sagt Tina Nägeli.

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Publikum

Das Gurtenfestival ist ein gigantisches Get-together. Die Besucher aus der Region kommen oft nur schleichend vom einen Konzert zum nächsten, weil am Röschti-Stand die Kollegin des Cousins steht und fünf Meter weiter der ehemalige Unterstift Smalltalk führen möchte. Auch regelmässige Besucher aus anderen Kantonen gibt es viele. Ein Entscheid fürs Gurtenfestival ist oft langfristig.

Besonders gefällt mir, dass das Publikum sehr durchmischt ist. Es hat hier auffallend mehr Ü40-Menschen als in St. Gallen und Frauenfeld. Toll, wenn verschiedene Generationen zusammenfinden. Begeisterungstechnisch gehörte das Gurten-Publikum 2016 allerdings eher zur bodenständigen Sorte.

Line-Up und Show

Dieses Jahr gab es hochkarätige Acts zu sehen, beispielsweise Muse oder Passenger. Mein Highlight: Samstagabend. Travis nahmen mit ihrem obersympathischen Auftritt den ganzen Hang vor der Hauptbühne für sich ein. Die Chemie zwischen Band und Publikum stimmte perfekt. Selbst die Helfer im Bühnengraben tanzten. Davor überzeugten die Indierocker Bastille, danach begeisterte Paul Kalkbrenner. Der deutsche Technomusiker imponierte mir mit seiner unprätentiösen Art. Ganz Gurten-Style.

Komfort und Rahmenprogramm

Der Panorama-Ausblick vom Backstage-Bereich aus ist magisch, davon hat das Publikum aber leider nichts. Und zusätzliche Aktivitäten wie ein Vergnügungspark (siehe Gampel) oder ein Open-Air-Fitnesspark (Frauenfeld) sucht man hier vergebens.

Das ist aber alles Wurscht. Das Rahmenprogramm machen sich die Besucher am Gurtenfestival selbst, zusätzliche Ablenkung sucht niemand. Denn da vorne in der Bierschlange steht ja schon wieder ein bekanntes Gesicht – Steffi, die man seit der Matura nicht mehr gesehen hat. «Hey tschoooou!»