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Openair Gampel 2018 Kampf gegen die Abfallschande an Festivals

Fast jedes Openair endet schändlich mit Zeltschlachtfeldern und Abfallbergen, die zurückgelassen werden. Bis jetzt. Nun hat das Projekt #notentwaste liegen gelassenen Zelten den Kampf angesagt.

Die Empörung über Abfallschlachtfelder nach den Openairs ebbt auch dieses Jahr nicht ab. Schweizweit stösst es immer noch auf Unverständnis, dass viele Festivalbesucher neu gekauftes Campingmaterial einfach liegen lassen.

Ein Lichtblick ist das Projekt #notentwaste. Sechs Schweizer Hilfsorganisationen haben sich dafür zusammengeschlossen. Sie sammeln am Openair Gampel, was noch brauchbar ist.

Zelte, Schlafmätteli, Rucksäcke oder Schuhe. Wir nehmen alles!
Autor: Angelo Zahno#notentwaste

Den grössten Teil der Sachen bringt das Schweizer Projekt mit Hilfe einer Partnerorganisation nach Paris. «Dort leben Tausende Leute auf der Strasse ohne Dach über dem Kopf. Die können das Festivalmaterial mehr als gebrauchen», sagt Angelo Zahno von #notentwaste.

Tina Nägeli interviewt Angelo Zahno am #notentwaste-Stand.
Legende: Tina Nägeli interviewt Angelo Zahno am #notentwaste-Stand. SRF

Das Projekt will nicht nur sinnlosen Abfall verhindern, sondern auch sensibilisieren. Am Eingang des Gampel Openairs verteilen Helfer Flyer. So werden die Festivalgänger darauf aufmerksam gemacht, dass sie brauchbares Material schon während dem Festival am #notentwaste-Stand abgeben können.

Ausser dem Gampel unterstützt bislang kein Festival unsere Idee.
Autor: Angelo Zahno#notentwaste
Abfall
Legende: zvg

Trotz Anfragen bei diversen Festivals, durfte die Hilfsorganisation bislang nur am Gampel aufs Gelände. Für Gampel-Mediensprecher Olivier Imboden war aber sofort klar, dass er mit den den #notentwaste-Leuten zusammenarbeiten will.

Das sind coole Typen. Uns kostet es nix. Man kann etwas fürs Image machen. Man kann etwas für die Nachhaltigkeit machen. Ich sehe nur Vorteile.
Autor: Olivier ImbodenMediensprecher Openair Gampel

Selbst aktiv werden wollen die Gampelorganisatoren aber nicht. Massnahmen wie ein Depot auf jedes Zelt kommen vorläufig nicht in Frage. Man fürchtet, die Besucher mit zu vielen Regeln abzuschrecken. Immerhin: Die Gampel-Aufräumtrupps sortieren brauchbares Material aus und geben es ans Hilfsprojekt weiter.

So sah es am Sonntagabend nach dem Festival aus

Obwohl die Besucher während dem Festival bereits die Möglichkeit hatten, ihren Müll bei #notentwaste abzugeben, blieb wie erwartet vieles liegen. Deshalb kamen die freiwilligen Helferinnen und Helfer zum Zug und sammelten alles brauchbare zusammen, was liegen blieb. Die Ausbeute nach rund 4 Stunden:

  • 400 Blachen von Pavillons
  • 200 Zelte
  • 100 Mätteli
  • 50 Schlafsäcke

Aber die Arbeit von #notentwaste dauert noch die ganze Nacht an. Obwohl die Arbeit der Organisation das Problem nicht löst, ist es immerhin ein Ansatz, was Gutes aus der Situation zu machen.

Die Verantwortung für das Abfallchaos sieht Angelo Zahno übrigens nicht allein bei den Festivalbesuchern. «Openair heisst vier Tage, wo man alles vergisst und Spass hat. Wenn die Zelte nur 30 Franken kosten, ist auch klar, dass man die am Schluss liegenlässt.»

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18 Kommentare

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  • Kommentar von angelo zahno (be aware and share)
    Danke SRF3 für eure tolle Arbeit für #notentwaste. Danke Openair Gampel für das Vertrauen und danke allen, die was gespendet haben. Es kamen ungefähr gefühlte 13 Kubikmeter Material zusammen - für die Menschen in Not. An alle, die ihre Zelte und Pavillons sinnlos zerstörten: wir kommen wieder ! Grüsse #notentwaste - hei näh oder üs gäh
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  • Kommentar von Ben Fisch (Blackbird)
    Ich finde es einfach nur noch erbärmlich wie jedes Jahr wieder über Festivalbesucher gemotzt wird und diese hingestellt werden, als seien sie die grössten Deppen und Ignoranten! Es ist die logische Entwicklung der Gesellschaft und da kann kein Festivalbesucher was dafür (ausser die 5-10 Personen unter den 30000, die doch zu besoffen waren, um ihr Zelt noch abzubauen). Billige Zelte = wenig Qualität = kurze Lebensdauer! Aber ist doch schön, wenn es für die Pariser Penner noch reicht...
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    1. Antwort von Lilian Albis (...)
      Ich gehe seit 25 Jahren an Openairs und kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich noch nie etwas liegen gelassen habe. Die Verantwortung liegt bei jeder/jedem selbst und bei gar niemand anderem. Wer billiges Zeugs kauft, ist selber Schuld, man kann auch darauf Acht geben. Und wenn mal was kaputt geht, kann man es noch immer richtig entsorgen. So ist das.
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  • Kommentar von ely berger (bärn)
    Frau Kehrli, Ihr Kommentar kehrt mir den Magen. mindestes einmal. Vielleicht stellen Sie sich, nebst der Wohlstandsverwahrlosung vieler hier Lebenden, noch diese Frauen und Fabrikarbeiter vor in armen Ländern, die für einen "Ghüder"lohn Zelte genäht haben und andere Gegenstände hergestellt. Und die Leute, die die Rohstoffe besorgt haben zu einem "Dreck"lohn. Ja, da kann man noch einen draufhauen, indem man die Verachtung für die Gegenstände und Arbeit dahinter wie "Dreck" liegenlässt.
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