Jeder Rappen zählt: Das passiert mit eurem Geld

Dank euch sind seit Dezember 4’214'340 Franken für Jugendliche in Not zusammengekommen. Mit euren Spenden wurden in der Schweiz bisher 18 Projekte unterstützt, welche über 450 Jugendlichen zugutekommen. Eines davon wird vom «Verein Lernwerk» durchgeführt.

Der Verein Lernwerk unterstützt unter anderem Jugendliche bei ihrer Lehrstellensuche und beim Einstieg ins Berufsleben. Langzeiterwerbslose finden hier dauerhafte Beschäftigung in unternehmerisch geführten sozialen Betrieben. Ihr neustes Projekt, das sie nun dank «Jeder Rappen zählt» lancieren: Die berufliche Integration von jugendlichen Flüchtlingen.

Der Rechtsstatus von anerkannten oder vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen kann potenzielle Lehrbetriebe verunsichern. Die Jugendlichen selber sind zu wenig mit dem Schweizer System vertraut, ihre Deutschkenntnisse sind meistens mangelhaft oder sie weisen schulische Lücken auf: «Wir unterstützen die Jugendlichen während der Lehre mit wöchentlicher Ausbildungsbegleitung und intensiven Deutschkursen. Und wir vermitteln sie an Lehrbetriebe, die bereit sind, sich auf diese Herausforderungen einzulassen,» so die Geschäftsleiterin des Lehrbetriebverbundes, Marianne Maurer. Das Lernwerk setze dort ein, wo die Hilfe der Kantone aufhöre.

Lehrstelle dank «Jeder Rappen zählt»

Achmed stammt aus Somalia und flüchtete vor fünf Jahren in die Schweiz. 2014 besuchte er ein Brückenangebot des Vereins Lernwerk, wo er Bildungs- und Bewerbungskurse absolvierte und erste Arbeitserfahrungen in der Schreinerei sammeln konnte. Im August 2015 begann er dort seine Ausbildung zum Schreinerpraktiker. So wie er, sollen nun weitere Flüchtlinge dank JRZ-Spendengeldern eine Lehrstelle finden und erfolgreich absolvieren.

Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt

Fast immer fehlt den Flüchtlingen ein Beziehungsnetzwerk mit Zugang zu Lehrstellen und zum Schweizer Arbeitsmarkt. Mittels Coachings, konstanten Bezugspersonen und einer kontinuierliche Begleitung hilft das Lernwerk den jungen Erwachsenen, sich im Markt zu bewähren. Marianne Maurer erklärt:

«  Integration heisst, die Flüchtlinge so schnell als möglich am realen Leben und an der Arbeitswelt teilhaben zu lassen. Wir setzen alles daran, dass sie sich in absehbarer Zeit selber finanzieren können, ohne abhängig zu sein. »

Marianne Maurer
Geschäftsstellenleiterin Lehrbetriebsverbund

Damit das Optimum herausgeholt werden kann, stützt sich das Projekt auf bestehende Angebote des Kantons und bietet subsidiäre Unterstützung, welche die öffentliche Hand nicht bietet.

Selbstverantwortung und Integration

Auch Abdulahi ist einer der Flüchtlinge, die vom Lernwerk unterstützt werden. Er kam Ende 2012 als unbegleiteter Minderjähriger in die Schweiz. Bis Januar 2014 konnte er lediglich Deutschkurse bei der Migros Klubschule besuchen, da er wegen seines Asylstatus (N) das Integrationsjahr der Kantonalen Schule für Berufsbildung (KSB) nicht besuchen durfte.

Nach vielen erfolglosen Versuchen eine Lehrstelle zu erhalten, erklärte sich die Türenfabrik Wiederkehr in Safenwil bereit ihm einen Schnuppereinsatz zu ermöglichen. Diesen Sommer schliesst der ehrgeizige Somalier seine Lehre als Schreinerpraktiker ab. Eine Festanstellung im Anschluss hat ihm sein Vorgesetzter bereits zugesagt.

Hilfe im Ausland

Die Glückskette hat bisher drei Hilfsprojekte im Ausland bewilligt: eines in Kolumbien, eines in El Salvador und eines in Hebron.

Kolumbien: In dem seit Jahrzehnten durch einen internen Konflikt gebeutelten Land müssen viele Menschen ihr zu Hause verlassen um sich in Sicherheit zu bringen. Als "intern Vertriebene" im eigenen Land verlieren sie oft auch den Zugang zu Schulen und Ausbildungsstätten. Den Jugendlichen kann durch angepasste Programme wieder eine Perspektive gegeben werden.

El Salvador: In El Salvador wachsen viele Jugendliche in Angst und Not auf. Die tägliche Gewalt verwehrt ihnen ein normales Leben und die Aussicht auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Um sich dieser Gewaltspirale enziehen zu können bietet das Hilfswerk Brücke – Le pont zusammen mit lokalen Partnerorganisationen Jugendlichen aus Armenvierteln im Grossraum der Hauptstadt San Salvador kurze, praxisorientierte Berufsbildungskurse.

Hebron: Die Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten hat schlimme Auswirkungen auf Kinder und Minderjährige, insbesondere auf jene, die festgenommen und inhaftiert wurden. Médecins du Monde Suisse arbeitet seit Jahren in Hebron mit Jugendlichen zusammen und engagiert sich insbesondere im Bereich psychische Gesundheit. Mit diesem Projekt unterstützt die Organisation die Wiedereingliederung von Kindern und Jugendlichen, die kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurden.

Jeder Rappen zählt 2016

Yesss. «Jeder Rappen zählt» findet auch dieses Jahr statt. Die Glasbox steht vom 18. bis 23. Dezember 2016 in Luzern auf dem Europaplatz.