Warmer Winter: Globale Erwärmung würde Schweiz viel Geld kosten

Zurzeit werden überall Rekord-Temperaturen gemessen. Was blüht uns, wenn es so weitergeht? Klimaforscher Fortunat Joos zeichnet ein beunruhigendes Szenario.

Vielerorts wurde am Wochenende die wärmste Januarnacht seit Messbeginn im Jahr 1959 registriert. Dies in einen Zusammenhang mit dem Klimawandel zu bringen, liegt nahe. Doch was würde denn konkret passieren, wenn wir einfach so weiterleben würden wie bisher? Was, wenn es uns nicht gelingt, die globale Klimaerwärmung zu stoppen? Wie würde das Leben in der Schweiz in 50 bis 100 Jahren aussehen?

Fortunat Joos ist Klimaforscher an der Universität Bern und weist auf drei Bereiche hin, in denen wir die Klimaerwärmung besonders merken würden. Erstens: Bei der Gesundheit. Joos: «Wir würden mehr feucht-schwüle Tage haben. Das würden wir vor allem in den Städten spüren. Bei der Hitzewelle 2003 gab es ja europaweit mehrere 10'000 Tote.»

Fortunat Joos ist Klimaforscher an der Universität Bern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Experte Fortunat Joos ist Klimaforscher an der Universität Bern. PD

Eine zweite Auswirkung der Klimaerwärmung beträfe die Infrastruktur. Zum Beispiel würden sich die Bahnschienen unter der Hitze ausdehnen, sagt der Klimaexperte. «Und auch der Teer auf der Strasse würde flüssiger werden.»

Drittens würde die Gefahr von Naturkatastrophen steigen. Fortunat Joos sagt: «Einerseits müssten wir uns besser vor Waldbränden schützen. Andererseits müssten wir in Zukunft auch mit Starkniederschlägen rechnen. Vor allem im Winterhalbjahr, im Zusammenhang mit der Schneeschmelze, könnte das zu vermehrten Hochwassern führen». 

Diese Beispiele zeigen: Neben Problemen für Mensch und Natur würde die Klimaerwärmung auch viele Kosten verursachen.