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Trailer zur Serie «Frieden»
Aus Programmhinweis vom 08.11.2020.
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Neue SRF-Serie «Frieden» «Frieden»: Historienserie für Geschichtsmuffel

Die neue SRF-Serie wirft einen kritischen Blick auf die Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg, bietet aber auch gute Unterhaltung.

Mani Neubacher

Mani Neubacher

SRF 3-Serienkenner

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Mani Neubacher gibt Orientierung im Seriendschungel.

Ich hatte im Maturzeugnis zwar eine 5,5 in Geschichte. Aber ganz ehrlich (und sorry Frau Kindlimann): Über die Schweiz in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ist mir wenig geblieben.

Aufbruch nach dem Krieg lässt auf sich warten

Ich stellte mir immer eine Zeit mit positiver Grundstimmung vor: Erleichterung über das Ende des Krieges. Und wirtschaftliche Aufbruchsstimmung. Da hat mich «Frieden» eines Besseren belehrt.

Man muss sich die Serie aber nicht im lehrerhaften Schulfernsehen-Stil vorstellen. Ich verbrachte mit «Frieden» äusserst unterhaltsame Stunden auf dem Sofa.

Schöne Bilder einer schwierigen Zeit

Mich packten vor allem zwei Dinge: Der für mich überraschend kritische Blick auf die Schweiz in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Und die wunderschön gefilmten Bilder, mit denen man in eine vergangene Zeit eintauchen kann.

Eine Zeit, wo Telefone noch Wählscheiben hatten. Wo Firmen noch Familienunternehmen waren, die von Patrons geführt wurden. Das Leben war damals aber nicht einfacher als heute. Die Serie zeigt die Schweiz in einer äusserst schwierigen Zeit.

Schweizer Bevölkerung leidet Not

Nur wenige konnten sich fröhlich tanzend über das Kriegsende freuen. Stattdessen sieht man vom Krieg traumatisierte Menschen. Alkoholabhängigkeit. Lebensmittelknappheit. Firmen verlieren wichtige Staatsaufträge. Es fehlen Geld und Kraft, neue Projekte anzupacken.

Aufwändigste TV-Produktion der Schweiz

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Logo Frieden
Legende: SRF

Mit dem Sechsteiler «Frieden» zeigt das Schweizer Fernsehen im Herbst eine ihrer aufwändigsten und teuersten Fernseh-Produktionen. Autorin ist Petra Volpe («Die göttliche Ordnung»). Gedreht wurde in Glarus, Zürich, Bern und Fribourg. In den Hauptrollen sind Max Hubacher («Der Verdingbub»), Annina Walt («Der Bestatter») und Dimitri Stapfer («Sohn meines Vaters») zu sehen.

Judenhass auch in der Schweiz

Das war kein ideales Klima, um Bedürftigen zu helfen. Grosses Thema in der Serie sind jüdische Jugendliche, die nach dem Krieg aus Konzentrationslagern befreit wurden. Die Schweiz nahm einige von ihnen auf.

Die traumatisierten jungen Menschen bekamen hier aber weder die Geborgenheit noch die Schulbildung, die sie gebraucht hätten. Stattdessen begegnete man ihnen mit Misstrauen und Vorurteilen. Antisemitismus war in der Schweiz verbreitet. Und Nazis vielerorts beliebter als Juden.

«Frieden» zeigt rührende Schicksale

Mir gefällt, wie «Frieden» dieses heikle Thema anpackt. Die Serie macht keine Schuldzuweisungen. Sie versucht, Zusammenhänge zu zeigen. Sie erzählt Geschichte mit persönlichen Geschichten. Geschichten von Menschen, die in dieser schwierigen Zeit ihr Bestes geben.

Wo und wann läuft «Frieden»?

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Die Ausstrahlungsdaten am TV:

  • Folgen 1 und 2: Sonntag, 8. November 2020, 20.05 Uhr, SRF 1
  • Folgen 3 und 4: Montag, 9. November 2020, 20.05 Uhr, SRF 1
  • Folgen 5 und 6: Mittwoch, 11. November 2020, 20.05 Uhr, SRF 1

Online:

Alle Folgen von Frieden gibt es ab Samstag 7. November hier.

Die junge Frau zum Beispiel, die sich rührend um jüdische Flüchtlinge in ihrem Dorf kümmert. Oder der junge Chef einer serbelnden Textilfabrik, der seine ganze Energie einsetzt, um Firma und Mitarbeiter zu retten.

Seelenbalsam zur Corona-Zeit

Für mich war «Frieden» gerade in der schwierigen «Corona»-Zeit sehr wohltuend. Denn die Serie blickt den happigen historischen Tatsachen zwar ins Auge. Bleibt aber trotzdem optimistisch. In mir hat die Serie einen Funken gezündet. So dass ich nach dem Serienabend vom Sofa aufstand und dachte: «Also gut, dann packen wir’s an!»

Alle Folgen von Frieden gibt es ab Samstag 7. November hier.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Matthias Braun  (Matthias Braun)
    Diese Serie passt zur Schweizer Mentalität:

    1. Die Schweiz ist vom Krieg verschohnt geblieben und muss dies noch mit Gejammer betonen, anstelle von Glück zu sprechen.
    2. Der Titel "Frieden" passt zu dieser Auffassung:
    Die Schweizer*innen proklamieren ein friedliches Land, wobei der Umgangston (wenn er überhaupt stattfindet) einer Hasstirade entspricht.
    3. Deutsche Filmschaffende vertiefen sich in der Vergangenheit des Grauens, dies muss die Schweiz nicht auf Ihre Art "schlecht" kopieren.