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Leicht erodiertes Grenzschild am Grenzübergang zwischen Frankreich und Basel
Legende: Keystone
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Rendez-vous Grenzen erfahren - im wörtlichen und im übertragenen Sinn

Von den Pflegefachfrauen auf der Corona-Station über den ehemaligen Grenzoffizier in Ungarn bis zur Fussballpionierin: Sie alle sind an Grenzen gestossen, haben Grenzen verschoben oder geöffnet. Diese und weitere Geschichten von Menschen und ihren Grenzerfahrungen - in der Rendez-vous-Sommerserie.

Die Pionierin im Schweizer Frauenfussball

Trudy Streit gehört zu den Pionierinnen des Schweizer Frauenfussballs. Sie hat 1968 als 14-jährige den ersten Frauen-Fussballclub der Schweiz mitgegründet, sie spielte im ersten offiziellen Länderspiel der Frauen auf Schweizer Boden mit. Wie viel ihr der Fussball heute noch bedeutet und welche Erinnerungen ihr an die Gründerinnen-Zeit bleiben, erzählt Trudy Streit im Gespräch mit Barbara Peter.

Tony Immer, hören statt sehen

Die Berufsberatung empfahl die geschützte Werkstatt. Tony Immers Traum war aber ein anderer. Er wurde Radiojournalist. Von Geburt an ist Tony Immer stark sehbehindert. Auf einem Auge ist er fast blind, auf dem anderen sieht er weniger als 10 Prozent. Das prägt seinen Alltag. Trotzdem führt er ein weitgehend uneingeschränktes Leben, im Beruf und mit der Familie. Tony Immer ist mit unserer Moderatorin Brigitte Kramer verheiratet. Die beiden besprechen deshalb aus einer persönlichen Perspektive, was es bedeutet, Grenzen zu überwinden.

Meheret von Feltens Flucht in die Schweiz

Geboren ist sie in Eritrea, heute ist sie Schweizerin. Meheret von Felten, wie sie seit der zweiten Hochzeit heisst, ist eine Kämpferin. Ihre unfassbare Lebensgeschichte habe sie stark gemacht. Nach einer behüteten Kindheit in Asmara, der Hauptstadt Eritreas, folgten harte Jahre als Soldatin im Krieg. Sie lernte ohne Schlaf und ohne Wasser durchzuhalten und musste üben, wie man jemanden tötet, wenn die Munition ausgeht. Später landete sie im Gefängnis und wurde gefoltert. Doch ihr gelang die Flucht. Auf einer lebensgefährlichen Reise durch die Wüste und übers Mittelmeer gelangte sie in die Schweiz, wo sie seit 16 Jahren lebt. Doch auch hier musste sie ihren Platz zuerst erkämpfen. Im Gespräch mit Ivana Pribakovic sagt sie, sie lebe im Paradies.

Erwin Thoma, der Holzbaupionier

Zuerst wurde der gelernte Förster Erwin Thoma belächelt, als er Massivhäuser aus Mondholz baute. Das ist Holz, geschlagen im Winter bei einem bestimmten Mondstand. Die Häuser sollen sich positiv auf die Gesundheit ihrer Bewohner auswirken. Sie kommen ohne Chemikalien, ohne Leim und ohne Metall aus, werden weder geheizt, noch gekühlt oder gelüftet. Erwin Thoma wühlte die Branche auf. Vom Baumflüsterer war die Rede oder vom gewieften Geschäftsmann. Das Baugewerbe liess Studien erstellen, die beweisen sollten, dass seine Theorie nur etwas für Träumer und Esoterikerinnen sei. Doch er hat seinen Kritikern das Gegenteil bewiesen. Seine Mondholzhäuser und sein Weltpatent, das Bausystem «Holz100», haben schon Hunderte in ihren Bann gezogen. Erwin Thoma ist Gast von Ivana Pribakovic.

Der Grenzoffizier am Eisernen Vorhang

Der Kalte Krieg – bis 1989 hat er Europa in zwei Hälften geteilt. Der unter sowjetischem Diktat stehende Ostblock wurde durch den Eisernen Vorhang abgeriegelt. Im Wendejahr 1989 wurde der ungarische Grenzoffizier Arpad Bella unverhofft zum Helden: An einem heissen August-Nachmittag öffnete er das Tor und gleichsam die Schleusen – hunderte DDR-Touristen flüchteten an ihm vorbei in den Westen. Der Vorhang bekam immer mehr Risse, immer mehr DDR-Bürger flüchteten via Ungarn – der Druck wurde so gross, dass wenige Monate später die Berliner Mauer fiel – das Symbol der Trennung. Marc Lehmann spricht mit ihm und - im letzten Teil - mit seiner Enkelin.

«Bei uns stirbt niemand allein»

Brigitte Lüdi ist Leiterin der Bettenstation im Sahli-Haus des Berner Inselspitals. Laurine Tschanz hat dort ihre erste Stelle nach der Ausbildung angenommen. Die beiden Pflegefachfrauen schildern, wie es war, als die ersten Corona-Kranken auf ihre Abteilung kamen - Todesangst in den Gesichtern. Sie erzählen von ihrer eigenen Ansteckung, von Verunsicherung und vom Umgang mit Sterbenden. Karoline Arn hat mit den beiden gesprochen.

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