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Pia Kaeser mit Erlebnissen und Anekdoten von der Alp Flöschi
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Alpsommer «Auf der Alp schätze ich die Ruhe»

Schwarze Hände, störrische Rinder und ein Wollschwein mit wehenden Ohren: Diese Erinnerungen hat Pia Kaeser an die Alp Flöschi. Dort hat sie vor über 25 Jahren zum ersten Mal Aktivferien gemacht, und macht es bis heute, denn das Älplerleben fasziniert.

«Ich hatte keine Ahnung vom Älplerleben, als ich zum ersten Mal zusammen mit meinen Partner die Alp Flöschi bewirtschaftete», meint Pia Kaeser. Doch nach dem Motto «learning by doing» hat sie die anstehenden Aufgaben und Arbeiten Jahr für Jahr souveräner gemeistert. «Dass wir keine Kühe melken mussten, hat die Sache einfacher gemacht. Auf dieser Alp gibt es nur Rinder, Schweine und Hühner.»

Jedes Tier hat einen eigenen Charakter und wächst einem in kurzer Zeit ans Herz.
Autor: Pia Kaeser

Rinder sind störrische Wesen, wie Pia Kaeser bald erfahren sollte. «Wir wussten nicht, dass es bei Rindern eine klare Hierarchie gibt und wollten ein Tier nach dem anderen in den Stall lassen.» Die aufgeregten Rinder vor dem Stall belehrten sie eines Besseren: «Stalltüre unbedingt offen lassen. Die Tiere entscheiden von alleine, wer wann hineingeht.»

Die Kunst des Improvisierens

Gekocht wird auf der Alp Flöschi über offenem Feuer. Der richtige Umgang mit russigen Töpfen und Kochutensilien wollte ebenfalls gelernt sein. «Am Anfang hatte ich immer schwarze Hände. Inzwischen weiss ich aber, wie ich sie in der Küche weiss halten kann», meint Pia Kaeser.

Die Küche mag bescheiden sein, auf den Tisch kommen trotzdem sehr abwechslungsreiche Menus. «Mein Mann hat die offene Feuerstelle noch etwas ausgehöhlt, so dass eine Art Ofen entstanden ist. Wir backen Brot, Pizza oder Früchtekuchen und geniessen ab und zu ein Lachsfilet auf einem Gemüsebeet.»

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Zu Besuch Pia Kaeser auf der Alp Flöschi
Aus Glanz & Gloria vom 12.08.2010.
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Genuss hat viele Gesichter

Inzwischen kennen auch die drei Kinder von Pia Kaeser die Alp Flöschi in- und auswendig. Der Jüngste war gerade mal acht Monate alt, als er seinen ersten Alpsommer erlebte. «Mit einem Kind im Krabbelalter ist das Älplerleben besonders herausfordernd», so die Freiburgerin. Man sei mehr ans Haus gebunden und müsse improvisieren.

Tempi passati. Der Jüngste ist inzwischen zehnJahre alt und packt mit viel Hingabe mit an. Wenn er den Stall ausmisten kann, ist dieser Moment auf der Alp für ihn schlicht und einfach perfekt. Pia Kaeser hingegen schätzt vor allem die Ruhe auf der Alp, die grosse Stille, die sich am Abend über die Landschaft legt und den Blick hinunter ins Tal.

Viktor mit den wehenden Ohren

Besonders gerne erinnert sich Pia Kaeser an ein Wollschwein namens Viktor. «Viktor war ein treuer Begleiter, wie ein Hund. Er ist die steilen Hänge der Alp hochgestiegen und mit wehenden Ohren hinuntergerannt.» Und wenn sie sich mit einem Buch im Gras sitzend eine Pause gegönnt habe, habe er immer ihre Nähe gesucht und sich eng an sie geschmiegt.

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