Einblicke und Ausblicke auf dem Weg nach Lungern

Das Abenteuer «Dorfplatz Lungern» hat begonnen. Auf dem Weg nach Lungern geniesst das Team zuerst im Führerstand der Brünigbahn die Fahrt nach Kaiserstuhl. Von dort aus reist Fränzi Haller mit dem Boot über den Lungernsee, während Sämi Studer die Wanderschuhe schnürt und Richtung Brünig loszieht.

In Luzern besteigt das Team den Zug Richtung Lungern. In einem Abteil trifft Sämi Studer den ehemaligen Lokomotivführer Hansruedi Sägesser. 44 Jahre lang war er Zugführer, die Strecke von Luzern nach Interlaken über den Brünig kennt er wie seine Westentasche. «Die Brünigbahn ist landschaftlich reizvoll und schön und mit den Zahnstangen-Abschnitten technisch interessant», schwärmt er, der heute nur als Passagier mitreist.

Erste Fahrt mit Überraschung

An seine erste Fahrt auf den Brünig als junger Lokomotivführer kann sich Hansruedi Sägesser noch sehr gut erinnern. Ein paar Kühe hatten sich ausgerechnet diesen Tag ausgesucht, um im Zahnstangen-Abschnitt auf den Gleisen zu spazieren. «Zuerst habe ich geflucht, dann den Zug angehalten und gesichert. Dann habe ich gemeinsam mit dem Kondukteur die Kühe zurück auf den Bauernhof vis-à-vis der Haltestelle Brunnenfluh getrieben.»

Faszination Brünigbahn

Welche Herausforderungen die Zahnradstrecke mit sich bringt, erlebt Fränzi Haller unterdessen direkt im Führerstand. Dort trifft sie Martin Walker, einen jungen Lokomotivführer, der erst seit drei Monaten im Einsatz ist.

Er erklärt, was die Aufgabe seines Kollegen ist und wie die Technik funktioniert, damit der 250 Tonnen schwere Zug, die Steigung bewältigen kann.

Dann stimmt Martin Walker das gleiche Loblied wie Hansruedi Sägesser an. «Es ist ein Privileg als Lokomotivführer diese Strecke fahren zu dürfen. An sonnigen Tagen wie diesen ist es am Brünig einfach phantastisch.»

Auf dem Lungernsee und in der Brünig-Schwingarena

In Kaiserstuhl trennen sich die Wege der beiden «Dorfplatz»-Reporter. Fränzi Haller fährt über den Lungernsee ans Ziel ihrer Reise. Ihr Bootsmann ist Gemeinderat Denis Schürmann, der beim türkisblauen See ins Schwärmen kommt: «Das Herz hüpft, wenn man auf den See schaut.» Die Schönheit des Sees hat offenbar auch Möwen angelockt, die sich vor ein paar Jahren an diesem schönen Flecken niedergelassen haben.

In der Zwischenzeit hat Sämi Studer in Lungern Tourismuschefin Bärbi Zumbrunn getroffen. Sie fahren weiter nach Brünig-Hasliberg und wandern anschliessend nach Lungern hinunter. Erste Station ist der Brünig-Schwingplatz, eine eindrückliche Arena, in der Ende Juli die Schwinger im Sägemehl von rund 7000 Zuschauerinnen und Zuschauern angefeuert werden.

Im Berghaus Chäppeli holt man sich bei Speis und Trank Kraft für den zweiten Teil der Wanderung. Sie führt vorbei am «Wätterloch», eine Felsöffnung durch die man den Kopf stecken kann. Bärbi Zumbrunn zeigt, wie's geht: «Es ist kalt drinnen, das heisst, das Wetter bleibt schön».

Aus dem Ruhrgebiet ins Bergdorf

Währenddessen steigt Fränzi Haller in Lungern die vielen Stufen zur imposanten Kirche hoch und gerät ausser Atem. Pfarreileiter Dirk Günther geht es ebenso. Er ist vor 25 Jahren aus dem Ruhrgebiet nach Lungern gekommen.

«In den ersten Monaten habe ich überhaupt nicht mitbekommen, was die Lungerer über mich gesagt haben. Das war sicher ein Vorteil.» Was es auch gewesen sein mag, ist heute bedeutungslos. Denn Dirk Günther wird als Pfarreileiter von der Gemeinde geschätzt, seine Gottesdienste werden verhältnissmässig gut besucht, und er selber ist inzwischen auch ein Bürger von Lungern.

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