Karl Imfelds Werke berühren in der Tiefe

Karl Imfeld schafft keine Dekorationen, er gestaltet Werke mit Tiefgang. Sie enthalten eine Botschaft, sollen in der Tiefe berühren. Fränzi Haller hat den Künstler in seinem Atelier besucht und mit ihm über die «Seele» seiner Arbeiten gesprochen.

Das Geräusch einer Motorsäge empfängt Fränzi Haller an der Brünigstrasse 41 in Lungern. Kurze Zeit später sieht sie, woher es kommt: Unter einem gespannten Segeltuch gestaltet Karl Imfeld aus Eichenholz ein Grabmal. Wie all seine Arbeiten soll es mehr als nur Dekoration sein. «Ich bin ein Gegner von Dekorationen», meint der Künstler. «Was ich mache, muss in die Tiefe gehen. Ich möchte Menschen berühren, sie aus dem Alltag herausholen und sie zum Wesentlichen hin steuern.»

Woher, wozu, wohin?

Diese Philosophie hat sich bei ihm schon in jungen Jahren entwickelt. Der Auftrag für die Gestaltung der Friedhofshalle in Lungern hat bei ihm einiges bewegt. «Es könnte sein, dass ich der Erste bin, der hier aufgebahrt wird». Mit diesem Gedanken wurde er zum Suchenden. «Ich wollte mehr wissen über das Woher, Wozu, Wohin.»

Karl Imfelds Arbeiten haben einen tieferen Sinn, eine Botschaft. So auch der von ihm gestaltete Name einer Wohnsiedlung. Die Buchstaben aus Jura-Kalkstein ragen anderthalb Meter in die Höhe und stehen vor einem Kreis aus Wasser.

Gespräch am «cubi»-Tisch

2:11 min, aus Dorfplatz vom 06.05.2016

Einmal pro Stunde, während zehn Minuten, spritzt Wasser aus vier Düsen in alle vier Himmelsrichtungen. «Damit möchte ich zeigen, dass Wasser nur zu einer bestimmten Zeit vorhanden ist und uns nur eine bestimmte Menge davon zur Verfügung steht», so Imfeld.

«Schräge» Möbel

Karl Imfelds jüngstes Projekt ist seine Möbellinie «imfeldcubi». Sie besteht aus Holzelementen, die sich frei zu Gestellen, Hockern oder Tischen kombinieren lassen.

Das «cubi» im Namen verrät, dass es sich dabei um Würfel handelt, die auf zwei Seiten als Rhombus geformt sind. Die gerade Linie entfällt, sorgt aber trotzdem für Geradlinigkeit: «Sitzt man an einem geraden Tisch, schaut man sich meistens schräg an. Wenn man aber wie hier an einem schrägen Tisch sitzt, kann man sich gerade in die Augen schauen», erklärt Karl Imfeld sein Konzept.

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