«Pfäischter» oder «Fänschter» – Lungerer Dialekt-Beispiele

Die etwas ältere Generation in Lungern sagt «äister», wenn sie immer meint. Die Jungen verwenden das Mundartwort «äister» nicht mehr. Dies hat Michèle Kaufmann bei der Recherche zu ihrer Maturaarbeit herausgefunden.

Die 18-jährige Michèle Kaufmann geht in Sarnen aufs Gymansium «Ah, du bisch vo Lungere», wurde sie öfters auf ihren Dialekt hin angesprochen. Der Lungern-Dialekt unterscheide sich schon von anderen Obwaldner Dialekten, meint sie. Der Sprachwandel finde aber auch hier in Lungern statt. Dafür bringt sie ein paar Beispiele.

«Giotä Tag!» sagen die bis 20-Jährigen, während die über 80-Jährigen mit «Giot Tag!» begrüssen. Die jungen Leute sind «schnäll» unterwegs, während bei den älteren alles «gläitig» geht. Ein Wandel lässt sich auch bei Fenster feststellen, das sich von «Pfäischter» zu «Fäischter» bis hin zu «Fänschter» entwickelt hat.

«Kalatznä» – ein wunderbares Dialektwort

Ein sehr anschauliches Beispiel liefert das Wort «Kalatznä», das sich in keinem anderen Dialekt findet. Wenn Lungerer «kalatznä», dann frühstücken sie. Das Wort hält sich auch eisern im Sprachschatz der jungen Generation, auch wenn diese ab und zu «zmorgnä».

Im Haslital ist der Sprachwandel etwas ausgeprägter

Michèle Kaufmann hat sich aber nicht nur mit dem Lungerer Dialekt befasst. Sie hat auch ein Ohr über den Brünigpass geworfen und ihren Dialekt mit dem Haslitaler Dialekt verglichen. Dafür hat sie Menschen verschiedener Altersgruppen befragt und zu bestimmten Wörtern und Sätzen eine detaillierte Auswertung geschrieben. Dabei ist sie unter anderem zum Schluss gelangt, dass sich die Sprache im Haslital etwas ausgeprägter wandelt als hier bei ihr in Lungern.