Sent entdecken – draussen, drinnen und von oben

Am Montag geht es los mit dem «Dorfplatz 2017» von SRF Musikwelle. Während einer Woche steht Sent im Mittelpunkt der vielfältigen Berichterstattung. Unter fachkundiger Führung haben die beiden «Dorfplatz»-Reporter Fränzi Haller und Sämi Studer das malerische Engadiner Dorf im Vorfeld erkundet.

Impressionen vom Rundgang durchs Engadiner Dorf Sent

Der Brunnen plätschert friedlich als Fränzi Haller und Sämi Studer auf dem Plaz in Sent eintreffen. Dort heissen sie Cla Sarott und Cla Rauch willkommen. Der pensionierte Architekt und der ehemalige Dorflehrer laden die Gäste aus Zürich auf einen Rundgang durchs Dorf ein.

Der Plaz ist das Zentrum von Sent, ein Treffpunkt für Jung und Alt. Hier findet man fast alle Geschäfte und die Postautohaltestelle. Von hier aus hat man einen herrlichen Rundblick auf all die prächtigen Häuser. Die Architektur ist geprägt von vielen verschiedenen Einflüssen.

    • 1.
      Architektonische Eigenheiten
      Ein Hauch Italien vermitteln die edlen, mehrstöckigen Palazzi mit ihren Balkonen. Dann sieht man Häuser mit dem typischen Senter-Giebel. Die Barock-Elemente haben ihren Ursprung in Österreich. Nicht zu vergessen die klassischen Engadiner Häuser, wie man sie vom Bilderbuch «Schellen-Ursli» kennt. Der Raum hinter dem grossen, zweiteiligen Tor diente früher ganz unterschiedlichen Zwecken: Metzgete, Verlobungsfeier, Aufbahrung von Verstorbenen.
    • 2.
      Lebenselixir Wasser
      18 Brunnen stehen im 900-Seelen-Dorf Sent. Für das Dorfleben waren sie früher von grosser Bedeutung. Sie dienten als Viehtränke und lieferten Wasser für die Haushalte. Hier trafen sich die Frauen zum Wäschewaschen und zum regen Austausch. Derweil seien die Männer auf den Bänken vor den Häusern gesessen und hätten Politik gemacht, erzählt Cla Rauch. «Frauen hatten auf den Bänken nichts verloren.»

      Einer der 18 Brunnen könnte sich für das «Dorfplatz»-Team übrigens als besonders wertvoll erweisen. «Wer von diesem Brunnen trinkt, bleibt immer jung und wird nimmer alt», wird dem «Jungbrunnen» nachgesagt.

    • 3.
      Als das Feuer wütete
      Sieben Dorfbrände hat das kleine Engadiner Dorf im Lauf seiner Geschichte erlebt. Beim letzten, am 8. Juni 1921, brannten 45 Häuser nieder. 29 wurden in Rekordzeit wieder aufgebaut. Auch dank der grossen Solidarität aus der ganzen Schweiz waren sie in etwas mehr als einem Jahr wieder bezugsbereit. Ursache für den Dorfbrand von 1921 war übrigens ein Kurzschluss, ausgelöst durch ein Bügeleisen.
    • 4.
      San Peder und San Lurench
      Am Ende ihres Dorfrundgangs geniessen Fränzi Haller und Sämi Studer einen Blick von weit oben auf das malerische Sent. Sämi steht auf dem Turm, der aus den Ruinen der alten Kapelle San Peder ragt. Dem Schriftsteller Peider Lansel diente das Turmzimmer früher als Rückzugsort. Ein Tisch, ein Stuhl und eine Lampe erinnern noch an den Mann, der sich vor 100 Jahren stark für die Anerkennung des Rätoromanischen als vierte Landessprache engagierte.

      Von hier aus blickt man auf den mächtigen Turm der Baselgia San Lurench, von dem aus Fränzi Haller eine herrliche Rundsicht hat. Über 60 Meter ragt der Kirchturm in die Höhe. Gebaut wurde er mit Granitstein aus dem Val Sinestra.

      Der Turmspitz aus Glas wird dank eines glücklichen Zufalls jede Nacht beleuchtet. «Grund dafür ist ein Missgeschick», erklärt Cla Sarott. «Bei einer Veranstaltung stolperte jemand über ein Kabel und richtete dadurch einen Schweinwerfer zum Kirchturm hoch.» Das war so schön anzusehen, dass man sich für eine Beleuchtung entschieden habe.

Sendungen zu diesem Artikel