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Radio SRF Musikwelle Alois Kälin und sein Weg aufs Olympiapodest

«Silber-Wisel», diesen Übernamen verdankt Alois Kälin seinem Erfolg bei den Olympischen Winterspielen von 1968 in Grenoble. Er wird Zweiter in der Nordischen Kombination und holt sich als erster Schweizer überhaupt eine Medaille in dieser Disziplin. Vier Jahre später folgt Bronze mit der Staffel.

Am Sonntag, 13. April 2014 feiert Alois «Wisel» Kälin den 75. Geburtstag. Der gelernte Buchdrucker aus Einsiedeln kann auf eine beachtliche sportliche Karriere als Langläufer zurückblicken. Auf sein Konto gehen mehrere Schweizermeister-Titel in der Nordischen Kombination, im Langlauf und in der Langlauf-Staffel.

Springen und Laufen

Wer in Einsiedeln geboren wird, wird von der Begeisterung fürs Skispringen unweigerlich angesteckt. Das war auch bei Alois Kälin der Fall, nur hat er das Springen noch mit Laufen kombiniert und darin seine Stärke bewiesen. Als Sechzehnjähriger nimmt er erstmals an einem Wettbewerb teil. Im zweiten Wettkampfwinter wird er Züricher Junioren-Regionalmeister, ein Jahr später Junioren-Schweizermeister in der Nordischen Kombination.

Erste Medaille für die Schweiz in der Nordischen Kombination

Um in internationalen Wettkämpfen bestehen zu können, nimmt Alois Kälin 1960 eine Stelle als Buchdrucker in der norwegischen Hauptstadt Oslo an. Er kann mit den norwegischen Skiläufern trainieren, aber und zu auch mit der norwegischen Nationalmannschaft. Von 1962 bis 1968 holt sich «Wisel» Kälin vier Mal den Schweizermeistertitel in der Nordischen Kombination. 1968 erreicht er den Höhepunkt seiner sportlichen Karriere: Bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble gewinnt er Silber in der Nordischen Kombination hinter dem Deutschen Franz Keller. Mit einem besseren ersten Sprung oder einem etwas schnelleren Lauf, hätte es sogar für die Goldmedaille gereicht.

Der Erfolg von Sapporo

Legende: Video Langlauf – die Helden von Sapporo feiern ihr Jubiläum abspielen. Laufzeit 13:44 Minuten.
Aus sportlounge vom 13.02.2012.

Auch bei den nächsten Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo nimmt Alois Kälin wieder an den Wettkämpfen teil. Er überzeugt nicht als Einzelläufer, sondern in der 4 x 10 km Staffel und holte Bronze. Alois und Alfred Kälin sowie Albert Giger und Eduard Hauser sichern der Schweiz damit die wohl am meisten gefeierte olympische Medaille. Auf den Langlaufsport in der Schweiz hat dieser Staffel-Erfolg eine überaus positive Wirkung. Und für die vier Läufer ist daraus eine Freundschaft entstanden, die seit über 40 Jahren hält.

Nach dem Erfolg von Sapporo tritt Alois Kälin vom Spitzensport zurück, arbeitet hauptberuflich als Offsetdrucker, widmet sich seiner Familie und betreibt eine Langlaufschule. Heute ist der 75-Jährige Inhaber des Sportgeschäfts «Wisel Kälin Sport» in Einsiedeln.