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Digitale Senioren «Man muss am Ball bleiben»

Ältere Menschen gehen ganz unterschiedlich mit den neuen Technologien um. Die Einen verzichten ganz bewusst darauf, Andere benutzen sie täglich. SRF Musikwelle besuchte fünf Senioren und fragte, wie sie sich in der digitalen Welt zurecht finden.

Ruth Lehmann (74)

Ruth Lehmann braucht ihr Smartphone vor allem als Kommunikations-Mittel. Sie probiert aber auch immer wieder neues aus. Seit Kurzem bezahlt sie zum Beispiel mittels Twint. Zum Zeitvertreib gönnt sich die ehemalige Lehrerin auf dem Tablet täglich ein bisschen Game-Zeit.

Generell sagt sie aber von sich, habe sie noch ein bisschen ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Telefon und vergesse es oft mitzunehmen. Und wenn etwas einmal nicht funktioniere, ärgere sie das.

Jean Waeber (79)

Jean Waeber schätzt die Möglichkeiten der digitalen Technik. Dank der neuen Hörgeräte kann er sich nicht nur besser verständigen, sie dienen ihm auch als Kopfhörer. Die Bluetooth-Technik ermöglicht dem Senior, während seinen täglichen Lauf-Touren Musik zu hören oder zu telefonieren. Überhaupt ist Jean Waeber gerne digital unterwegs.

Die Gesundheitsapp auf seinem Smartphone zählt seine Schritte und berechnet die erreichten Cardio-Punkte. Er informiert sich über die klassischen Medien wie Fernseher, Radio oder die Zeitung, aber genauso gerne tut er dies online. Der heute 79-Jährige hat schon vor der Pensionierung in seiner Firma die digitale Technik eingeführt und die Entwicklung vorangetrieben. Etwas, das ihm bis heute zugutekommt.

Bärbel Wyss (80)

Als ihr Enkel Anfang Jahr in die Rekrutenschule musste, hatte Bärbel Wyss Angst, den Kontakt zu ihm zu verlieren. So hat sie sich entschieden, sich doch noch der digitalen Welt zu öffnen und sich bei Pro Senectute fürs Online-Coaching anzumelden. Im Eins-zu-Eins-Coaching hat sie nun gelernt zu fotografieren, die Fotos zu verschicken und zu chatten. Nun hat sie auch nach Jahren wieder regelmässig Kontakt zu ihrer Verwandtschaft in Österreich und Deutschland.

Angefressen ist Bärbel Wyss auch von YouTube. Sie schaut Filme und Vorträge vor allem zu einem Thema, das sie beschäftigt: die Kriegskinder. Selbst im Krieg aufgewachsen in Kärnten, kann die Seniorin so die Vergangenheit aufarbeiten. Sie hofft, sie könne noch viele Seniorinnen und Senioren dazu bringen, dass sie sich auch aufs Abenteuer Online einlassen.

Anton Stebler (67)

Anton Stebler hat einen fast papierlosen Haushalt, einen Brief bekommt man von ihm nicht mehr. Der ehemalige Bezirksschullehrer braucht sein Smartphone als Hilfsmittel in allen Bereichen des Lebens, überall da, wo es ihm das Leben erleichtert.

Wanderkarte, Wetterbericht, Busabfahrtszeit, all das schaut er im Handy nach. Im Lockdown hat er die App «Bring» entdeckt, auf der er seine Einkaufs-Liste ablegen kann und sein Sohn ihm dann die gewünschten Lebensmittel nach Hause geliefert hat.

Agathe Kaeser (85)

Stets erreichbar zu sein, findet Agathe Kaeser nicht nötig. Dafür schätzt die 85-Jährige die Kurznachrichten. Dank diesen ist sie im Bilde, was in der grossen Familie so läuft. Kreuzworträtsel, Telefonnummern oder das Wetter können den Geräten entlockt werden. Aber allzu nötig findet Agathe Kaeser diese Techniken trotzdem nicht. Obschon sie sie nützt, sind es für sie Luxusgüter.

Den grössten Teil ihres Lebens hat die Seniorin ohne diese Dinge verbracht und weiss, dass es auch ohne sie geht. Als praktische Alltagshilfe empfindet sie allerdings das Smartphone, das sich mit den Hörgeräten koppeln lässt. Dank dieser Technik hört die Seniorin die Gesprächspartner am Telefon deutlicher, was ihr eine grosse Hilfe ist.

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