Emotionen und Traditionen im Advent

Jörg Stoller und Guido Rüegge mögens kitschig, Fränzi Haller nascht gerne Mailänderliteig und Christian Klemm ist ein Adventsmuffel mit einer Vorliebe für spezielle Schöggeli. Moderatorinnen und Moderatoren von SRF Musikwelle über Traditionen und Emotionen in der Adventszeit.

Christian Klemm bezeichnet sich als Adventsmuffel. Trotzdem gibt es etwas, was der Moderator seit jeher mit der Adventszeit verbindet: Das Schoggi-Häxehüsli, das bis heute bei den Weihnachtsauslagen lockt, ist eine seiner süssesten Kindheitserinnerungen. «Ich weiss noch gut, wie früher die Schöggeli oft schon gegessen, Weihnachten aber immer noch in weiter Ferne war. Doch wo steht geschrieben, dass man nicht nachfüllen kann!».

Weihnachtsmusik weckt Erinnerungen

Für Christian Salzmann hat die Adventszeit eine besondere Bedeutung. Das lateinische Wort Advent heisst übersetzt Ankunft. Darum gehts in dieser Jahreszeit: Wir warten aufs Christkind. Dass die Wartezeit mit Lichtern und schönen Liedern verkürzt wird, hat dem Moderator schon immer gefallen.

«  ‹Stille Nacht› von Peter Alexander bedeutet für mich Vorweihnacht. »

Christian Salzmann

Gerne erinnert sich Christian Salzmann an einen Familienbrauch aus seiner Kindheit. «Jeden Morgen im Dezember wurde bei uns zu Hause beim Aufstehen die Weihnachts-Schallplatte von Peter Alexander aufgelegt.

Auch Eric Dauer steht auf alte Weihnachtsplatten, jene mit den pompösen Kinderchören und eindringlichem Glockengeläut. «Als ich Kind war sassen wir zusammen im Wohnzimmer und trällerten gemeinsam ‹O du fröhliche› und andere Weihnachtslieder». Auf das Geschenke auspacken folgte der Gang zur Kirche. «Das war für mich jeweils ein ergreifender Abend, voller Freude, Spannung, Beisammensein und Geborgenheit».

Fränzi Haller zündet eine der vier Kerzen an, die unter goldenen Engeln stehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fränzi Haller: «Dieses Engeli-Karussell weckt schöne Erinnerungen an die Kindheit und fasziniert mich immer wieder». SRF

Singen, basteln, backen

Adventskranz, Adventskalender, Samichlaus: Fränzi Haller und ihre Familie absolvieren in der Vorweihnachtszeit das volle Programm. «Das ist vor allem eine gemütliche Zeit», sagt sie. Mit den Kindern wird gesungen, gebastelt und vor allem gebacken: Lebkuchenhaus, Grittibänze, Weihnachtsguetzli.

«  Wir naschen am liebsten vom Mailänderliteig. »

Fränzi Haller

Ein Adventslicht geht von Haus zu Haus

Früher war die Adventszeit für Sämi Studer das Grösste. Er konnte es kaum erwarten, das erste Türchen vom legendären Schoggi-Adventskalender zu öffnen. Heute muss er mit seinen Töchtern handeln, wenn er eines der begehrten Schöggeli haben will.

An Sämi Studers Wohnort gibt es einen besonderen Brauch: Kinder von Jungwacht und Blauring bringen an den vier Adventssonntagen das Adventslicht in alle Häuser und Wohnungen. Mit dem Licht werden dann jeweils die Kerzen auf dem Adventskrank angezündet. «Dieser Braucht stammt aus den Kriegsjahren als man fand, man müsse in dieser schweren Zeit den Zusammenhalt in der Pfarrei fördern», erklärt der Moderator.

Der Moderator mit Weihnachtsschmuck auf dem Kopf, um den Hals und einer Weihnachtskugel im Mund. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Joël Gilgen verleihen wir den Titel «Mister Advent 2014». SRF

Üppig dekoriert

«Ich liebe die Advents- und Weihnachtszeit», sagt Joël Gilgen. «Draussen ist es nass, grau und kalt, und drinnen in der warmen Stube funkelt und glitzert es. Natürlich dürfen dabei die Kerzen nicht fehlen, die in allen Ecken ein schönes warmes Licht abgeben». In dieser Zeit dürfe es für ihn auch einmal etwas üppiger und sogar kitschig sein, meint der Moderator.

Familienrituale

Für Guido Rüegge bedeutet die Adventszeit ein Eintauchen in eine ganz andere Welt. Es ist eine Zeit voller Kindheitserinnerungen. Bei ihm zu Hause wurden in der Vorweihnachtszeit jeden Abend die Kerzen am Adventskranz angezündet. Die ganze Familie sass um den Tisch und sang Weihnachtslieder. «So konnten wir die Texte der Lieder bis zum Heiligabend (meistens) auswendig».

«  Mir kann es in der Adventszeit fast nicht kitschig genug sein. »

Guido Rüegge

Ähnlich tönt es bei Jörg Stoller. Lichter, Kerzen Lametta: Die Advents- und Weihnachtszeit ist für den Moderator eine der schönsten. Und auch er gibt zu: «Ich bin da etwas kitschig».

Zum alljährlichen Ritual gehört bei Jörg Stoller ein Spaziergang zum Friedhof. «Wir gehen aufs Grab meiner Eltern und halten inne. Dabei wird eine Kerze auf einem speziellen Kerzenständer angezündet, den mein Bruder als Metallbauer vor Jahren angefertigt hat».

Jede Menge Lichterketten

Pia Kaeser teilt in der Adventszeit das Schicksal vieler Menschen: Sie hat viel um die Ohren. Trotzdem geniesst sie die Weihnachtsdekoration und die vielen Lichter in den Dörfern und Städten. Auch bei ihr zu Hause. Dort schmückt eine Sternen-Lichterkette das grosse Fenster. «Sie passt perfekt, gibt ein schönes angenehmes Licht, und sie leuchtet über die ganze Landschaft hinweg, fast bis in die Berge».

Ein mit Lichterketten und weiteren Weihnachtsdekorationen geschmückter Hof. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Lichtermeer am Hause Siegmann. Am 6. Dezember ist hier der Samichlaus zu Gast und verteilt allen vorbeikommenden... SRF

Bei Bernhard Siegmann schwingt in der Adventszeit immer etwas Melancholie mit. Seine Sinne verwöhnt er mit viel Kerzenlicht und Weihnachtsdüften. «Dazu MUSS das Haus geschmückt sein, innen und aussen». An den Fenstern hängen Kränze mit roten Bändern und grünen Blättern. Vor dem Fenster sitzen Samichläuse neben Sternen und Kerzen aus Holz.

«Dazu natürlich Lichterketten, noch und noch». Zusammen mit allen Gässli-Bewohnerinnen und -Bewohnern bringt er den Hof zum leuchten, vor allem für den 6. Dezember. Dann laden er und die Nachbarn den Samichlaus ins Gässli ein. Alle Kinder, die vorbeikommen, erhalten dann ein Chlausesäckli.