«Gibt es einen Weihnachtsmann?»

Es ist eine von vielen rührenden Weihnachtsgeschichten, die alle Jahre wieder erzählt werden: Die Geschichte der achtjährigen Virginia, die von der New York Sun wissen wollte, ob der Weihnachtsmann tatsächlich existiere.

Schwarz-Weiss-Fotografie von einem kleinen Mädchen auf einem Fahrrad. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Virginia O'Hanlon wohnte an der 115 West Ninety-fifth Street in New York. Wikipedia

«Ich bin acht Jahre alt. Einige meiner Freunde sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ‹Sun› steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?» Mit dieser Frage wandte sich Virginia O'Hanlon 1897 an die New York Sun.

Die Bitte des kleinen Mädchens nahm sich der Chefredaktor zu Herzen. Mit Francis P. Church verpflichtete er kurzerhand einen erfahrenen Kolumnisten, um der jungen Leserin zu antworten. Dessen einfühlsame Antwort auf diesen besonderen Leserbrief berührte die Leserschaft dermassen, dass das berühmte Editorial fortan jedes Jahr zur Weihnachtszeit publiziert wurde. Ab 1950 – nach dem Ende der New York Sun – wurde der Text von anderen, auch ausländischen Zeitungen veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt.

Bei Jonny Hill wird Virginia zur Katja

Die Geschichte der achtjährigen Virginia O'Hanlon hat Jonny Hill 2006 zum gefühlvollen Weihnachtslied «Gibt es einen Weihnachtsmann?» inspiriert. In seinem Lied heisst das kleine Mädchen nicht Virginia O'Hanlon, sondern Katja Steinberg und der Redakteur heisst Frank Busch statt Francis P. Church.

Die Antwort auf die Frage der jungen Leserin entspricht mit ein paar wörtlichen Anpassungen dem Original. Sie beginnt mit den Worten «Liebe Katja, deine Freundinnen haben nicht Recht» und endet mit derselben Zuversicht wie anno 1897: «Der Weihnachtsmann lebt und wird ewig leben, noch in tausend Jahren, was sage ich, kleine Katja, in zehn mal zehntausend Jahren, wird er noch die Herzen der Kinder höher schlagen lassen.»