Alois Hartmann - ein Leben für die Politik

Eigentlich wollte der 78-jährige Alois Hartmann Priester werden. Doch es widerstrebte ihm, sich dem Zölibat verpflichten zu müssen. Deshalb entschied er sich nach dem Priesterseminar für ein Jus-Studium. Das ebnete den Boden für eine langjährige journalistische und politische Tätigkeit.

Aus dem Fotoalbum von Alois Hartmann

Alois Hartmann kommt am 24. Oktober 1936 als jüngstes von vier Geschwistern auf die Welt. In Altwis, einem 315-Seelen-Dorf zwischen Hallwiler- und Baldeggersee im Kanton Luzern. Schon als Bub reift bei ihm der Wunsch, später einmal Priester zu werden. Vielleicht weil Religion Bestandteil im Alltag der Familie Hartmann war. Man sprach vor und nach dem Essen ein Tischgebet, betete ab und zu einen Rosenkranz oder bat bei schweren Gewittern um göttlichen Beistand.

«  Mit einem Pflichtzöllibat kann ich nicht leben. »

Alois Hartmann

Um seinem Berufsziel näher zu kommen, besucht Alois Hartmann nach der obligatorischen Schulzeit das von Kapuzinermönchen geleitete Kollegi Stans. Nach Abschluss der A-Matur führt der Weg weiter nach Luzern ans Priesterseminar. Nach vier Semestern weiss Alois Hartmann, dass sein beruflicher Weg doch in eine andere Richtung führt. Weil er sich dem Zölibat nicht verpflichten will, entscheidet er sich für ein Jus-Studium an der Universität Fribourg.

Die juristischen Grundlagen ebnen Alois Hartmann den Weg für seine politische Laufbahn. Martin Rosenberg von der CVP beruft ihn als Sekretär ins Generalsekretariat der Partei. Dank seinem breiten Wissen und umfangreichen Netzwerk wächst Alois Hartmann rasch in die Politik hinein. 1968 wird er Informationschef der Partei und erhält den Auftrag, den Pressedienst zu erneuern.

Vom Partei-Funktionär zum Bundeshausredaktor

Vier Jahre später wechselt Alois Hartmann vollberuflich in den Journalismus. Als Bundeshausredaktor schreibt er für die Zeitungen «Vaterland», «Ostschweiz» und «Freiburger Nachrichten». «Die Arbeit als Bundeshausredaktor war in den 1970-er Jahren weniger hektisch als heute», meint Alois Hartmann rückblickend. «Im Bundeshaus waren weit weniger Presseleute akkreditiert, weil es auch noch kein Privatradio- oder Fernsehen gab». Im Bundeshaus habe man sich damals sehr frei bewegen können, habe direkten Zugang zu Verwaltungen gehabt. Und mit Bundesräten sei man während einer Kaffeepause mühelos ins Gespräch gekommen.

«  Für meine Familie hatte ich etwas wenig Zeit. »

Alois Hartmann

Besonderen Kontakt pflegt Alois Hartmann zu den beiden CVP-Bundesräten Hans Hürlimann und Kurt Furgler. Mit ihnen hatte er schon als CVP-Informationschef zusammengearbeitet. Das enge Verhältnis beruht auf Respekt. Amtsgeheimnisse werden nicht ausgeplaudert, Aussagen nicht gegen einen verwendet.

1978 verlässt Alois Hartmann die Bundeshausredaktion und wird Chefredaktor bei der Zeitung «Vaterland». Vier Jahre später muss er den Posten räumen, weil eine neue Führung die Zeitung in eine neue Zukunft führen will. Hartmann wechselt in den Mediendienst von Caritas Schweiz. Später wird er Informationschef des Hilfswerks.

Ab 1988 widmet sich Alois Hartmann erneut vollberuflich der aktiven Politik. Als Kantonalsekretär der CVP Luzern, als städtischer Parteipräsident und Mitglied des Grossen Rates. Den goldenen Abschluss seines beruflichen Werdegangs erlebt Alois Hartmann als persönlicher Mitarbeiter des früheren Volkswirtschafts-Direktors Anton Schwingruber.

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