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Bruno Strub Ich war immer gegen die Obrigkeit

Eine Karriere strebte er nie an. Bruno Strub arbeitete lieber im Hintergrund. «So konnte ich über die Vorgesetzten schimpfen», erklärt der 67-Jährige. Eine Lebenseinstellung, die ihren Ursprung wohl in seiner Kindheit hat. Damals erfuhr er zwar Zuneigung, war aber eigentlich nicht erwünscht.

Lächelnder alter Mann mit Holzfällerhemd.
Legende: Seine erste Zugfahrt unternahm der spätere SBB-Beamte als blinder Passagier in einem Gepäckwagen. SRF

Nachdem sie bereits einen Sohn hatten, wünschten sich seine Eltern eigentlich eine kleine Tochter. Als dann Bruno Strub 1951 im beschaulichen Läufelfingen BL zur Welt kam, war vor allem seine Mutter enttäuscht. Fortan war das Verhältnis zu ihrem Sohn eher distanziert. Der Vater wiederum war zugänglicher, verfolgte aber eine sehr strenge Erziehung. Die Züchtigung mit dem Lederriemen war an der Tagesordnung.

Sein Vater war vorerst Handlanger in einem Steinbruch, später Hilfsarbeiter bei der SBB, bevor er mit über 40 Jahren noch eine Lehre als Schlosser absolvierte. Strubs Mutter war Hausfrau und half nebenbei auf den umliegenden Bauernhöfen aus. Auch die Kinder wurden mit eingespannt, wenn die Kartoffel- oder Kirschernte anstand.

Ein Lausbub träumt von Lokomotiven

Sich selber beschreibt Strub als typischen Lausbub. Seine Kinder- und Jugendzeit steckte voller Streiche. Schon in der Primarschule entdeckte Strub seine Faszination für die SBB. Er träumte davon Lokomotivführer zu werden.

Sobald es definitiv daran ging einen Beruf zu wählen, entschied sich Strub dazu, Stationsbeamter zu werden. Zugfahrkarten ausfüllen, Fahrpreise berechnen oder Güterfrachtbriefe ausstellen bereitete ihm grosse Freude. Während seiner beruflichen Laufbahn blieb die Technik natürlich nicht stehen.

Arbeitskiller Computer

Anfangs hielten sich die technischen Neuerungen noch in Grenzen. Ein Fernschreiber war das höchste der Gefühle. Damit konnten beispielsweise Zugsanordnungen oder Ausfälle übermittelt werden. Bald darauf folgte die Billetmaschine.

Spätestens als Computer immer mehr Einzug im Berufsalltag hielten, begann Strub zu rebellieren. Für ihn stellten diese Maschinen regelrechte Arbeitskiller dar. Daher lernte er auch nur das Nötigste dazu. Jetzt, wo er pensioniert ist, verbringt er witzigerweise sehr viel Zeit vor dem Rechner. Nun ist es seine Frau, die sich darüber aufregt, dass ihr Gatte stundenlang im Internet surft.

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