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Leo Meier Ein Leben der Arbeit verschrieben

Der 82-jährige Leo Meier hat zeitlebens gearbeitet. Schon als Kind mussten er und seine neun Geschwister auf dem Hof mithelfen, damit die grosse Familie genug zu essen hatte. Später baute er sein eigenes Haus, und heute hält er noch 50 Hühner.

Am Hallwilersee in Aesch, Kanton Luzern, verbrachte Leo Meier seine ersten 10 Lebensjahre. Seine Augen glänzen, wenn er von dieser Zeit und dem Ort seiner Kindheit erzählt, obschon die Familie nicht auf Rosen gebettet war. Sein Vater war oft ausser Haus auf Stör, und seine Mutter kümmerte sich um Haus und Hof: 10 Kinder, 3 Kühe, Schweine, Hühner, Kaninchen – so kam man grad so durch.

Die Kinder mussten viel mithelfen. Abenteuerlich sei es gewesen, wenn sie auf dem Lindenberg im Wald Holz suchen und dies auf dem Wagen runter ins Dorf bringen mussten. Er habe manchmal schon Angst gehabt im Wald, erzählt Leo Meier.

Umzug mit der Eisenbahn

Einschneidendstes Erlebnis im Leben von Leo Meier war aber der abenteuerliche Umzug vom Kanton Luzern in die Ostschweiz. Leo Meier war damals 11 Jahre alt. Er und sein älterer Bruder Franz fuhren allein in einem Bahnwagen mit dem Vieh via Zürich Hauptbahnhof nach Uzwil im Kanton St. Gallen. Es war für die beiden Teenager die erste Reise. Vom Bahnhof Uzwil liefen sie dann zu Fuss in ihre neue Heimat Zuckenriet.

Die Schule war für Leo Meier immer schwierig. Seine Mutter hatte keine grosse Hoffnungen gehabt, dass aus ihm etwas «Rechtes» werde. Dennoch erlernte Leo Meier nach der Schule den Maurerberuf und arbeitete in den ersten Jahren für sehr wenig Lohn fast Tag und Nacht. Am Abend nach 12 Stunden auf der Baustelle habe er den Eltern jeweils noch auf dem Hof geholfen, erzählt der Senior.

Selbstgebautes Eigenheim

Leo Meiers Wunsch, sein eigenes Haus zu bauen, wurde immer grösser. In einer Mietwohnung zu wohnen konnte er sich nicht vorstellen. So stellte er am Feierabend Beton-Steine her für sein eigenes Heim. 300 Stück türmten sich rund um den Hof seiner Eltern. Mithilfe von Kollegen baute er sein eigenes Haus, in dem später seine vier Kinder aufwuchsen und in dem er bis heute mit seiner Frau Lina wohnt.

Der 82-jährige kann auch heute noch nicht auf der faulen Haut liegen. In seinem Garten hält er aktuell 50 Hühner und verkauft deren Eier an Nachbarn.

Lebensgeschichten auf SRF Musikwelle

In der «Sinerzyt»-Serie «Lebensgeschichten» von SRF Musikwelle blicken Seniorinnen und Senioren zurück in die Vergangenheit. Sie erzählen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – von wichtigen Episoden aus ihrem Leben. Manchmal werden diese nur kurz gestreift, ein anderes Mal detailliert geschildert.