Susanne Arn – von allen Städten ist Grenchen ihr die liebste

Als Kind wollte Susanne Arn Sängerin werden. Heute ist sie froh, dass sich ihr Traum nicht erfüllt hat. «Ich bin eher ein ängstlicher Mensch», gibt die 74-jährige Grenchnerin zu. «Ich reise nicht sehr gerne und habe Flugangst.»

Aus dem Fotoalbum von Susanne Arn

Geboren und aufgewachsen ist Susanne Arn in Grenchen, im Elternhaus ihrer Mutter. Neugierig sei sie als Kind gewesen, erzählt sie. Ihre Eltern habe sie ständig mit Fragen gelöchert. Singen ist eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen. «Am Morgen habe ich meine Gedanken jeweils gesungen. Und wenn ich meine Mutter für Einkäufe im Zug begleitet habe, habe ich die anderen Zugreisenden mit dem Lied ‹Schwiizer Ländli› unterhalten.»

Musikalische Familie

Überhaupt wurde in der Familie Arn oft gemeinsam musiziert und gesungen. Die Mutter spielte Klavier und Mandoline, die Schwester Blockflöte und Klavier. Der Bruder der Mutter beherrschte sogar acht verschiedene Instrumente. Susanne Arn unterstützte die kleine Familienformation gesanglich. Nebst Schreiben und Lesen gehört die Musik bis heute zu ihren liebsten Hobbies.

Ihr Vater habe nicht musiziert, erinnert sich Susanne Arn. Er habe sich lieber sportlich betätigt. Von ihr habe er immer vernünftiges Handeln erwartet: «Die Ältere muss die Gescheitere sein», habe er oft gesagt. Ihre Schwester sei ihr immer vorgezogen worden. «Chutzli» habe der Vater die jüngere Schwester genannt. Sie selber sei immer nur die «Grosse» gewesen und selten beim Namen gerufen worden.

Der Friedhof als Spielplatz

Viel Zeit hat Susanne Arn als kleines Mädchen bei ihrer Grossmutter verbracht, weil Vater und Mutter berufstätig waren. «Meine Grossmutter hat neben dem Friedhof gewohnt. Wenn ich draussen spielen wollte, musste ich auf den Friedhof gehen. Das hat mir aber nicht gefallen.» Ebenso erinnert sich die 74-Jährige an die vielen Partien «Eile und Weile», die sie mit ihrer Grossmutter gespielt hat. Für Gesellschaftsspiele ist sie heute nicht mehr zu begeistern. Ihre Zeit verbringt sie viel lieber mit Lesen und Schreiben.

Die Erinnerungen an die Schulzeit sind bei Susanne Arn gemischt. In der 1. und 2. Klasse hatte sie mit Fräulein Probst eine sehr nette Lehrerin. Ab der 5. Klasse sass die Angst mit auf der Schulbank, wegen eines jähzornigen Lehrers. «Wir Mädchen haben zwar keine Prügelstrafe bezogen, trotzdem hatte ich immer Angst vor ihm.»

Viel Feingefühl am Uhrwerk

Beruflich ist Susanne Arn in die Fussstapfen ihrer Eltern getreten, die beide in der Uhrenindustrie tätig waren. «Die Arbeit an Uhren erfordert viel Feingefühl», meint sie. Ihre Eltern hätten dieses Feingefühl gehabt. Und offenbar hatte sie es auch.

«  Ich bin mit Grenchen verheiratet. »

Susanne Arn

Als junge Erwachsene hat Susanne Arn ihre Mutter auf Reisen begleitet, nach Ungarn, Wien, Hamburg oder Meran. Doch am allerliebsten war und ist sie in Grenchen. Das ist ihr Zuhause. Mit dieser Stadt sei sie verheiratet, sagt sie, die zeitlebens ledig geblieben ist. «Ich hatte schon Gelegenheiten, aber der Richtige war nie dabei.»

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