Walter Hohl erlebte den Bombenangriff auf Schaffhausen

Den ersten April 1944 konnte Walter Hohl nie vergessen. Es war jener geschichtsträchtige Tag, an dem Schaffhausen versehentlich von Amerikanischen Fliegern bombardiert wurde. Als Hohl mit Freunden zu Hilfe eilte, bot sich ihm ein schrecklicher Anblick, der sich tief in sein Gedächtnis eingrub.

Die Amerikaner hatten sich zwar in der Ortschaft geirrt, ihre Ziele waren dafür umso exakter ausgewählt. So bombardierten sie den Bahnhof, die Mühlen und die Fahrradteile-Fabrik Weinmann. Auch die Röhrenfabrik Ziegler wurde schwer getroffen.

Hohl und seine Kollegen legten also Hand an.Während die Brandbomben das obere Stockwerk schon zerstört hatten, konnte man unten noch Waren in Sicherheit bringen. Im ehemaligen Restaurant Kreuz sah es noch schlimmer aus. Dort wurde eine Splitterbombe abgeworfen. Die Leichen, die dort am Boden lagen, waren dementsprechend zugerichtet – ein schrecklicher Anblick, der Hohls Stimme noch heute erzittern lässt.

Der strenge Vater war eine Belastung

Aufgewachsen ist er in Neuhausen. Auch weitere Erlebnisse seiner Kinder- und Jugendzeit haben bei ihm tiefgreifende Spuren hinterlassen. So war sein Verhältnis zu seinem strengen Vater sehr schwierig. Hohl erinnert sich daran, wie sein Vater seine Fussballschuhe verbrannte, nur um den Sohnemann auf andere Gedanken zu bringen. Durch die Schulzeit konnte er sich einigermassen durchkämpfen. Bei der Berufswahl legte ihm sein Vater dann wieder Steine in den Weg. Gerne hätte er etwas mit Autos zu tun gehabt, musste aber eine Lehre als Werkzeugmacher absolvieren.

Die Härte des Vaters lässt sich wohl damit erklären, dass dieser mit seinem eigenen Leben unzufrieden war.

Kein Glück bei den Frauen

Auch mit den Frauen hatte Hohl wenig Glück. Die erste heiratete er nur, weil ein Baby unterwegs war. Nach 12 Jahren verliess sie ihn samt zwei Kindern. Hohl heiratete erneut und stellte wenig später fest, dass seine zweite Frau psychische Probleme hatte und dementsprechend behandelt werden musste.

Hohl ist sich noch heute sicher, dass man ihm vor der Heirat die gesundheitlichen Probleme seiner Frau verschwiegen hatte. Das macht ihn auch heute noch sauer. Seine beiden Söhne haben heute beide eigene Familien. Ihren mittlerweile 88 Jahre alten Vater besuchen sie selten. Walter Hohl kann das aber verstehen. So sei er halt, der Lauf der Zeit, meint er dazu nüchtern.

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