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Muotathaler Wetterschmöcker: Höck statt Versammlung (Reportage: Jolanda van de Graaf)
Aus Muotathaler Wetterschmöcker vom 24.04.2021.
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Muotathaler Wetterpropheten Sommerprognosen ohne Applaus

Kein grosser Saal, kein Publikum, kein Lachen und Applaudieren: Zum zweiten Mal in Folge trafen sich die Muotathaler Wetterschmöcker im kleinsten Kreis, auf der Alp Hochweid von «Musers» Martin Holdener. Der Zufall wollte es, dass der Gastgeber auch gleich der neue Wetterkönig ist.

Fünf Wetterpropheten, ein Präsident, ein Archivar und zwei Medienvertreter versammeln sich auf der Alp Hochweid. Ein bescheidenes Trüppchen. Kein Wunder kommt Wehmut auf, wenn man an frühere Versammlungen denkt mit bis zu 1000 Gästen. «Wir hoffen, dass wir im Herbst die Prognosen wieder vor Publikum abgeben können», meint Präsident Josef Bürgler. Diese Hoffnung gilt vor allem für nächsten Frühling. Dann feiert der Meteorologische Verein Innerschwyz 75-Jahr-Jubiläum.

Die Mäuse hatten recht

Auf der Alp gefeiert wird bereits diesen Frühling. Schliesslich gibt es auch dieses Mal einen neuen Wetterkönig. Mit den besten Prognosen für Herbst und Winter wird Martin Holdener mit dem Wanderpokal ausgezeichnet. Natürlich erhält er auch den obligaten Geldpreis – zwei Fünfliber. Nur auf den traditionellen Tanz mit einer Dame seiner Wahl muss er verzichten.

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Martin Holdener: «Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet»
Aus Radio SRF Musikwelle vom 27.04.2021.
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Die Mäuse haben «Muusers» gut beraten bei seinen Voraussagen. Deren Aussehen und Verhalten studiert er unten im Tal. «Hier auf der Alp hat es zu wenig Mäuse, ich müsste ihnen zu lange vor dem Loch appassen. Unten auf der Haggenegg sehe ich sie 'umeseckle'. Auf der Alp studiere ich sie aber dann noch genauer.»

Vermisst wird Peter Suter in der Runde der Wetterpropheten. Bereits zum zweiten Mal. Letzten Herbst war er an Corona erkrankt. Dieses Jahr erholt er sich von einer Tumor-Operation. Seine Freunde hoffen, dass er nicht aufgibt und sie auch wieder mit ihm zusammensitzen können. Die Prognose vom 94-jährigen «Sandstrahler» gibt stellvertretend Archivar Thomas Horat ab.

Nun hoffen die Wetterpropheten, dass es zum letzten Mal für lange ist, dass sie ihre Prognose in einem solch bescheidenen Rahmen abgeben müssen. Auf der Hochweid geniesst man zwar eine phantastische Aussicht, aber noch reizvoller ist der Ausblick auf einen Saal voller Menschen.

Prognosen für Frühling und Sommer 2021

Die lange Tradition des «Wetterschmöckens»

Seit Jahrtausenden beschäftigen sich die Menschen mit der Natur und den Verlauf des Wetters. Wie trocken wird der Sommer? Wie streng der Winter? Wer das Wetter «richtig» vorhersieht, kann sich gegen Unheil wappnen. Gerne greift man dafür auf uraltes Wissen zurück und fragt Menschen, die über die besondere Gabe des «Wetterschmöckens» verfügen.

Wettstreit der Propheten

Zu einer Art Hochburg der Wetterpropheten hat sich in den letzten Jahrhunderten (nachweisbar seit 1749) das Muotathal entwickelt.Dort lieferten sich einige der begabten Menschen förmlich Duelle über die Voraussage des künftigen Wetters.

Aus dieser Leidenschaft heraus entstand 1947 der Meteorologische Verein Innerschwyz. Seither versammeln sich die Muotathaler Wetterpropheten zwei Mal jährlich und geben ihre Sommer- und Herbstprognosen öffentlich bekannt.

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