«Schweizer Geschichten» mit Justina Schachenmann

Justina Schachenmann ist eine faszinierende Persönlichkeit. Die 88-jährige Rentnerin ist in Dornach aufgewachsen. Die Grenze zu Deutschland war nur rund 15 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Das Geschehen im Zweiten Weltkrieg war für die junge Justina aus der Ferne sicht- und hörbar.

Porträtbild von Justina Schachenmann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Justina Schachenmann lebt heute in der Stiftung «Haus Martin» in Dornach. zvg

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs fand sich Justina Schachenmann eines Tages in einem halbleeren Klassenzimmer . Die Hälfte ihrer Klassenkameradinnen und –kameraden wurde für unbestimmte Zeit in die Innerschweiz evakuiert.

Wer in Dornach blieb, musste jederzeit für einen möglichen Aufbruch gerüstet sein, sollte es zu einem Grenzkrieg kommen. Zuhause hatte jeder seinen persönlichen Rucksack gepackt. Trotz der nahen Gefahr habe sie aber eigentlich nie Angst gehabt, sagt Justina Schachenmann. In Basel und Umgebung sei der Krieg zum Alltag geworden.

Sardellenöl und Zwetschenmus

Dann erzählt Justina Schachenmann von den Auswirkungen, die der Krieg auf die Ernährung hatte. Brot zum Frühstück war selten, dafür hat man sich mit dem Öl aus einer Sardinenbüchse eine nährende Rösti gebraten. Statt Konfitüre gab es nur eine Art Zwetschgenmus, ohne Zucker. Sowieso seien viele Lebensmittel rationiert und nur über Lebensmittelmarken erhältlich gewesen.

Ein wunderschönes Emaille-Bild in verschiedenen Blautönen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Winter». Eines der vielen Kunstwerke von Justina Schachenmann. zvg

Die Künstlerin

Doch Justina Schachenmann spricht lieber über die Kunst als über den Krieg. Ihre künstlerische Leidenschaft hat sie schon als Kind entdeckt. Während der Schulzeit hat sich ein Künstler aus der Gegend bereit erklärt, mit den Schulkindern Holzspielzeuge anzufertigen. Ihn hat Justina Schachenmann einmal bei der Arbeit mit Kupfer beobachtet und war fasziniert davon.

Später hat sie in der Goldschmiede-Schule in Dornach eine vierjährige Lehre als Goldschmiedin absolviert. Dem Künstlerischen ist sie ein Leben lang treu geblieben, unter ihrer Hand sind vorwiegend Emaille-Bilder entstanden. Ihre Ausstellungen führten sie nach Linz, Basel, Zürich, Stuttgart oder Wiesbaden und sie konnte etliche ihrer Werke verkaufen.

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