Dass die Musik ihr Leben bestimmen würde, war für Alexandra Hofmann keine bewusste Entscheidung, sondern Bestimmung. Schon mit fünf Jahren begann die klassische Klavierausbildung. «Wenn ich Musik gemacht habe, bin ich eingetaucht in mein Universum», erinnert sie sich. Doch der Weg zum Erfolg war auch von Erwartungen geprägt.
Als Geschwister Hofmann verkörperten sie und ihre Schwester Anita lange das perfekte Bild der stets gutgelaunten «Schwoobemädle». In der Welt des volkstümlichen Schlagers war für Ecken und Kanten wenig Platz: Gefragt war das strahlende Lächeln im adretten Dirndl.
Erst in einem späteren Schritt gelang es den beiden, dieses enge Korsett abzustreifen. Unter dem neuen Namen Anita & Alexandra Hofmann schafften sie den Sprung in den modernen Pop-Schlager und bewiesen, dass sie weit mehr als nur das volkstümliche Klischee erfüllen.
Rock Attitüde statt Volksmusik-Idyll
Aber auch damit ist heute Schluss. Sowohl Alexandra als auch ihre Schwester Anita gehen musikalisch getrennte Wege. «Ich mache in meinem Leben nur noch das, was ich möchte», stellt Alexandra selbstbewusst klar.
Ihre neue Freiheit geniesst sie in vollen Zügen. Es gehe ihr nicht mehr darum, jedem zu gefallen oder auf jeder Erfolgswelle mitzuschwimmen. Auch mit ihrer aktuellen Single «Rock Dein Leben» lebt sie ihr markantes, kratziges Timbre in der Stimme voll aus.
Ein Highlight dieser neuen Ära ist die Zusammenarbeit mit Jørgen Olsen von den Olsen Brothers – der Gewinner des Eurovision Song Contest 2000 für Dänemark, mit einer deutsche Version des Siegertitels «Fly on the Wings of Love».
Schattenseiten und «Sonnenkinder»
Doch ihr Leben besteht nicht nur aus Scheinwerferlicht. Der Tod ihres Vaters vor zwei Jahren hat tiefe Wunden hinterlassen: «Er war Herz und Seele vom Grundstück.» Diese Erfahrungen erden sie und bestärken sie in ihrem sozialen Engagement.
Die Ehrlichkeit, die von diesen Menschen zurückkommt, macht mich glücklich.
Mit dem «Sonnenkinderverein» unterstützt sie Menschen mit Behinderungen, aktuell etwa durch ein Therapiebad für ein Heim. «Die Ehrlichkeit, die von diesen Menschen zurückkommt, macht mich glücklich», sagt Hofmann sichtlich bewegt.
Getrennte Wege und doch nebeneinander
Obwohl ihre Karrieren mittlerweile in verschiedenen Bahnen verlaufen, bleiben Alexandra und Anita einander eng verbunden: So leben sie mit ihren Familien unmittelbar nebeneinander. Nach Jahrzehnten, in denen sie Tag und Nacht unzertrennlich waren, geniesst Alexandra Hofmann heute die neue Eigenständigkeit in privaten und beruflichen Belangen.
Diese Unabhängigkeit erlaubt es ihr, auch ihre Leidenschaft für die Fotokunst auszuleben: Unter dem Namen «Aurelia» erschafft sie Werke aus Fotografien und Epoxidharz. Es bereitet ihr grosse Freude, ihre künstlerische Freiheit nun in allen Bereichen zu nutzen – sei es in der Kunst oder indem sie ihre Stimme genau dort einsetzt, wo sie am besten zur Geltung kommt.