Fritz von Gunten und eine Schuhschachtel voller Sagen

Aufgewachsen in Aeschlen am Thunersee ist Fritz von Gunten mit der Natur und der Kultur seines Heimatkantons stark verbunden. Als Bub hat er viele Sommer bei seinem Götti auf der Alp verbracht, wo ihm auch «allergattig» gruselige Sagen erzählt wurden. Zum Grauen schön!

«Im Sommer auf der Alp hat die Frau von meinem Götti uns oft Geschichten erzählt», erklärt Fritz von Gunten. «Die meisten waren ganz schön gruselig, so dass wir uns vor lauter Grauen unter der Bettdecke verkrochen und beim leisesten Knarren im Haus zusammenzuckten.» Das hat ihn tief beeindruckt. Doch erst viele Jahre später entdeckt er seine persönliche Leidenschaft für die Berner Sagenwelt.

Sagenhaftes Emmental

1979 lässt Fritz von Gunten sein Leben als Bankangestellter hinter sich und übernimmt in Burgdorf die Stelle als Emmentaler Verkehrsdirektor. Hier wird er mit grossen Schriftstellernamen wie Jeremias Gotthelf, Simon Gfeller oder Ernst Eggimann konfrontiert und beginnt Emmentaler Sagen zu sammeln.

Vorgegangen ist er nach seinem «Schuhschachtel»-Prinzip: «Wenn mir eine neue Sage begegnet ist, habe ich sie in eine mit ‹Emmentaler Sagen› angeschriebene Schuhschachtel gelegt.»

Eines Tages war die Schachtel voll und Fritz von Gunten vor die Wahl gestellt: die Sammlung wegwerfen oder etwas daraus machen. Der natur- und kulturverbundene Berner entscheidet sich für die zweite Möglichkeit. 2008 veröffentlicht er die Sagensammlung «Sagenhaftes Emmental», vier Jahre später ein weiteres Buch mit dem Titel «Seen- und Seelenlandschaften».

Aus diesem wertvollen Sagenschatz hat Fritz von Gunten nun für SRF Musikwelle ein paar Geschichten ausgewählt. Vorgelesen werden sie von Jörg Stoller.

Berner Sagen aus der Sammlung von Fritz von Gunten