Zum Inhalt springen

Volksmusik Die erfolgreichste Jodel-Komponistin wird 65-jährig

Ihre Lieder sind die meistgesungenen Jodellieder überhaupt – und mit ihren Chören konnte sie schon unzählige Erfolge feiern: Die gebürtige Luzernerin Marie-Theres von Gunten feiert am 8. November ihren 65. Geburtstag. Sämi Studer und Guido Rüegge erinnern sich an persönliche Begegnungen.

Legende: Audio «Ihre anspruchsvollen Lieder hört man an Jodelfesten häufig» abspielen. Laufzeit 00:44 Minuten.
00:44 min, aus Musikwelle Magazin vom 07.11.2016.

«Eine meiner ersten Erinnerungen an Marie-Theres von Gunten ist das Cover einer Platte mit Robert Fellmann-Liedern», erinnert sich Volksmusikredaktor Guido Rüegge. Ihre Stimme war es, die ihn schon damals tief beeindruckt hat.

«Sie spürt, was funktioniert»

In den 1990er-Jahren lernt er die Jodlerin während eines Ferienkurses kennen und schätzen. «Marie-Theres von Gunten hat die Gabe, einen als Sänger durch wertvolle Tipps und ständiges Ausprobieren auf den richtigen Weg zu bringen.»

Auch Volksmusikredaktor Sämi Studer hat frühe Erinnerungen an Marie-Theres von Gunten, erinnert sich aber ebenso gut an eine Begegnung von diesem Jahr: «Es war am Jodlerfest Gossau. Nach den absolvierten Wettvorträgen am Samstagabend sassen wir zufällig im gleichen Restaurant, zusammen mit vielen anderen Jodlerinnen und Jodlern. Die vielen spontan gesungenen Liedern erzeugten eine sehr schöne und gemütliche Stimmung.»

Beliebt, weil anspruchsvoll

«Die Lieder von Marie-Theres von Gunten stellen hohe Anforderungen an die Sängerinnen und Sänger», meint Sämi Studer. Deshalb seien sie an Jodelfesten so beliebt, weil man bewusst ein Lied wähle, das einen herausfordert. «Und die Chorsätze von Marie-Theres von Gunten sind einfach perfekt.»

Das Geheimnis ihres Erfolgs erklärt sich Marie-Theres von Gunten dadurch, dass sie sich die Lieder auf den Leib schreibt. «Auch die Texte meines Bruders sind aus dem Leben gegriffen und ich kann hundertprozentig dahinter stehen», sagte sie schon vor fünf Jahren im «SRF Musikwelle Brunch». Die Lieder seien aus dem Leben gegriffen, das manchmal traurig, ein anderes Mal wiederum fröhlich stimme.

Angesprochen auf ein Lieblingslied müssen unsere beiden Jodler nicht lange überlegen. Für Guido Rüegge ist es «Mir säge Dank», das sich textlich für verschiedene Situationen anpassen lässt. Sämi Studers Favorit heisst «S’het alls si Sinn», ein etwas wehmütiges Lied, das aber auch optimistisch stimmt.