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Eidgenössisches Musikfest 2026 Tambourstab & Taktgefühl: So üben Dirigenten für die Parademusik

Am Eidgenössischen Musikfest in Biel gilt die Marschmusik als Publikumsmagnet. Doch dahinter steckt harte Arbeit. In Chur lernen die Dirigierenden, wie sie ihre Formation zur Perfektion führen.

Kopf gerade, Schultern zurück – und schon heisst es «Spiel, vorwärts Marsch!» Über Auffahrt findet in Biel das grösste Blasmusikfest der Welt statt. Besonders beliebt beim Publikum ist die Parademusik.

Doch militärisch genau marschieren will gelernt sein: Erst wenn sämtliche Abstände zwischen den Spielenden und die Haltung der Instrumente exakt übereinstimmen, ist die Wirkung vollkommen. Vieles davon steht und fällt mit der Dirigentin oder dem Dirigenten.

Um ihr Wissen aufzufrischen, treffen sich 14 Dirigierende in der Kaserne in Chur: Sie müssen unter den strengen Augen von Parademusik-Experte Philipp Rütsche das Wissen in die Praxis umsetzen. Und weil das nur zusammen mit den Musizierenden geübt werden kann, ist die Stadtmusik Chur als «Übungsorchester» vor Ort.

Anfangs gleicht die Formation einer krummen Banane

Doch bevor die Dirigierenden die Stadtmusik Chur «übernehmen» dürfen, geht es um die Grundlagen der Parademusik. Kursleiter Philipp Rütsche teilt die rund 40 Musizierenden in Reihen ein. Zu Beginn marschieren sie auf der Stelle, doch bereits dabei ist höchste Konzentration gefragt. «Wow, jetzt schaut euch einmal diese Diagonale an, das sieht ja bombe aus», schwärmt Rütsche.

Die Freude hält allerdings nur kurz an. Wenige Takte später gleicht die gerade Linie bereits wieder einer krummen Banane. Etwas ratlos werfen sich die Musizierenden Blicke zu. Rütsche lässt sich davon jedoch nicht beirren und spornt die Gruppe an: «Also, nochmals von vorn – und stets ans Lächeln denken!»

Der Tambourmajorstab wird durch die Luft gewirbelt

Die Teilnehmenden des Kurses beobachten das Geschehen aufmerksam. Kursleiter Philipp Rütsche legt grossen Wert darauf, die Dirigierenden für die Parademusik zu begeistern. Nur wer selbst Freude daran hat, könne diese Begeisterung auch weitergeben.

Wer leitet den Spielführerkurs in Chur?

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Als Fachlehrer ist Philipp Rütsche verantwortlich für die Ausbildung aller Tambouren in der Schweiz. Er unterrichtet die angehenden Tambour-Unteroffiziere und bringt ihnen das Handwerk des Tambourleiters bei.

Rütsche weiss also genau, wie er die noch etwas unsichere Truppe in der Churer Kaserne auf Vordermann bringt. Er bestimmt, wer in welcher Reihe stehen soll. Das gilt auch für die Dirigentinnen und Dirigenten.

Je klarer der Dirigent mit seinem Tambourmajorstab die Zeichen gibt, desto besser reagiert die Formation. Jürg Gysin, einer der Kursteilnehmer und Dirigent der Musikgesellschaft Union Chur erklärt, dass es enorm wichtig sei, zu spüren, wie sich die Bewegungen aus der Perspektive der Musizierenden anfühlen. Als Dirigent müsse man auf ganz andere Dinge achten.

Die 14 Dirigierenden haben bereits am Morgen den Umgang mit dem Tambourmajorstab geübt. Elegant recken sie ihn in die Höhe, wirbeln ihn durch die Luft und fangen ihn sicher wieder auf. Was für Aussenstehende wie ein kleines Kunststück wirkt, verstehen die Musizierenden als Signal für «Tambour, vorwärts, Marsch».

Am Ende sitzen die Kommandos

Sobald das Marschieren auf der Stelle funktioniert, folgt der nächste Schritt: Nun gilt es, durch die Halle zu marschieren und dabei die Reihen gerade zu halten. Vier Schritte vorwärts, dann vier Schritte am Ort. Wieder wird es chaotisch – doch von Durchgang zu Durchgang sind Fortschritte erkennbar.

Später gilt es auch für die 14 Dirigierenden ernst. Jetzt dürfen sie übernehmen, das Kommando geben und die Stadtmusik Chur anführen. Die Konzentration ist hoch und die Stadtmusik Chur spielt wieder und wieder den «Churer Marsch» – ganz nach dem Motto «Übung macht den Meister».

Kursleiter Rütsche schaut von der Seite aus zu und gibt Tipps. Am Ende sitzen alle Kommandos und die Teilnehmenden können mit einem guten Gefühl in den Feierabend entlassen werden. Sie sind bereit für das Eidgenössische Musikfest.

Das Eidgenössische Musikfest in Bildern

Radio SRF Musikwelle, 13.5.2026, 11:20 Uhr

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