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Hackbrettbauer Johannes Fuchs
Aus Audio MW vom 17.09.2019.
abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
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Volksmusik-Instrumente Das Hackbrett ist keine Appenzeller Erfindung

Viele denken, das Hackbrett habe seine Wurzeln im Appenzell. Dabei war das Instrument früher in der ganzen Schweiz verbreitet. Sowieso kennt man das Hackbrett weltweit in unterschiedlichen Ausführungen. Besonders in Osteuropa, aber auch in Amerika und Asien sind Hackbretter beliebt.

Ursprünglich stammt das Hackbrett sogar aus Persien. Erst mit den Fahrenden gelangte es auch zu uns in die Schweiz. Hier wurde es sehr schnell sehr populär und wurde eifrig gespielt – bis die Obrigkeit dazwischenfunkte, der ausufernde Tanzfeste und Alpstubeten ein Gräuel waren, das es zu unterbinden galt. Im Appenzell konnte sich die Tradition dennoch halten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geriet das Hackbrett beinahe in Vergessenheit. Heute ist seine Popularität wieder sehr gross.

Sturheit zahlt sich aus

Warum ausgerechnet das Appenzell vom Hackbrett-Schwund verschont blieb, hat laut Johannes Fuchs mehrere Gründe. Einerseits spielte die abgeschiedene geografische Lage der Region eine Rolle. Andererseits war wohl auch eine gewisse Appenzeller Sturheit der Obrigkeit aus der Stadt gegenüber sehr hilfreich.

Johannes Fuchs ist einer von gerade einmal drei Hackbrettbauern in der Schweiz. Das Handwerk erlernte er von seinem Vater. Ein eigentlicher Beruf sei es aber nicht. Auch wenn sich Fuchs heute vorwiegend dem Hackbrett widmet, ist er gelernter Möbelschreiner.

Dank Hackbrett weitgereist

Der gebürtige Appenzeller baut aber nicht nur Hackbretter, er repariert sie auch, hält Vorträge und ist Vize-Präsident des weltweiten Hackbrettverbands. Dadurch ist er auch schon weit in der Welt herumgekommen, aber auch als Hackbrettspieler selbst. Zahlreiche Autogramme prominenter Konzertbesucherinnen und -besucher erinnern noch heute daran.

Video
Hackbrettspielereien von Johannes Fuchs.
Aus Radio SRF Musikwelle vom 17.09.2019.
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Holz ist nicht gleich Holz

Der zweifache Familienvater stellte selber bereits unzählige Hackbretter her. Dabei schwört er auf Fichtenholz als Ausgangsmaterial. Die Bäume dafür sucht er selber aus und sie müssen verschiedene Kriterien erfüllen. So dürfen sie nur gefällt werden, wenn Mondstand, Sternzeichen und Jahreszeit optimal sind. Dies habe eine enorme Auswirkung auf den Klang seiner Instrumente, meint Fuchs. Jedenfalls sagt man, seine Instrumente müsse man viel seltener nachstimmen. So ist es denn auch wenig erstaunlich, dass zahlreiche prominente Hackbrettspieler wie Nicolas Senn auf Fuchs' Handwerkskunst zählen.