Neue Volksmusik

Von Neuer volksmusik spricht man in der Schweiz schon seit rund 20 Jahren. Sie entstand durch eine junge, gut ausgebildete Musikergeneration. Diese mischte der traditionellen Volksmusik andere Stilrichtungen wie Jazz oder Rock bei, blieb der Ländlermusik damit aber trotzdem treu.

«Wir interpretieren nicht Volksmusik, wir sind Volksmusik, heutige Volksmusik», definierten zum Beispiel Pareglish ihren eigenwilligen musikalischen Mix. Berührungsängste kannten die vier Innerschweizer, die während sechs Jahren zusammen spielten, nicht. Mühelos gelang dem Quartett der musikalische Spagat zwischen Muotathal und Helsinki, zwischen urchigen Tänzen und Drum 'n' Bass.

Als Hörbeispiel für Neue Volksmusik hat Volksmusikredaktor Beat Tschümperlin die Gruppe Pareglish ausgewählt. Sie spielen eine «freche» Version vom Res Gwerder-Schottisch «Bim Hansli i de Gartelaube».

Volksmusikalische Einflüsse aus dem Ausland

«Die neue Volksmusik lässt viele Einflüsse zu», sagt Beat Tschümperlin. Nebst Jazz oder Rock liessen sich die Musiker auch durch ausländische Volksmusik inspirieren. Ueli Mooser, Markus Flückiger oder Dani Häusler seien zum Beispiel von der skandinavischen Volksmusik besonders angetan.

«Die skandinavische Volksmusik hat sich von innen erneuert und harmonisch und rhythmisch neue Wege eingeschlagen. Für unsere innovativen Volksmusiker und Volksmusikerinnen war das eine spannende Ausgangslage», so Tschümperlin.

Neue Volksmusik erreicht neues Publikum

Verglichen mit der Ländlermusik ist Besetzung und Instrumentierung bei der Neuen Volksmusik umfangreicher. Da tauchen schon mal E-Gitarre oder Schlagzeug auf. Damit wurde auch ein breiteres Publikum angesprochen, das neugierig auf diese neue Art Volksmusik war.

«Neue Volksmusik hat neue Bühnen erschlossen», sagt Dani Häusler. So würden Kleinkunstbühnen zunehmend öfter Volksmusik-Formationen engagieren. Aktuelles Beispiel ist auch das Freilichtspiel «Morgarten – der Streit geht weiter», für das die Formation Dani Häusler-Komplott als Live Band engagiert wurde. «Das ist eine grossartige Möglichkeit, das neue volksmusikalische Klangbild auf einer grossen Bühne zu präsentieren», so Dani Häusler.

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