Bitte nicht anklicken!

«Wie dumm muss man eigentlich sein», fragen sich viele und tendieren auf geistige Minderbegabung, wenn wieder mal jemand in die Falle eines Facebook-Wurms tappt. Heutzutage nutzen die Betrüger allerdings derart viele Tricks, dass ihnen längst nicht mehr nur prähistorische Menschen zum Opfer fallen.

Porno-Würmer: Click da BUTTon Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Porno-Würmer: Click da BUTTon... Facebook

Würmer sind kleine Chuck Norrisse. Sie können alles: Pinnwand-Einträge oder gar Foto-Alben erstellen, Chat-Nachrichten schreiben, Freunde markieren, Daten klauen, dich gegen deinen Willen an Gewinnspielen teilhaben lassen oder einfach nur Panik verbreiten. Die Auswirkungen sind je nach Wurm unterschiedlich, gedeihen aber im Grundsatz durch die Begriffsstutzigkeit der menschlichen Rasse.

1. Die Fake-Posts: «Titten. Arsch. Geil.»

Schumi ist tot! Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schumi ist tot! Facebook

Eine Redewendung kommt nie von ungefähr: Sex sells! Dieses kollektive Bewustsein haben sich auch die verantwortlichen Falschmünzer des aktuellen Porno-Wurms zu Nutze gemacht.

Ganz nach dem Motto «wo Titten sind, ist auch ein Klick» verbreiten sie anzügliche Bilder und Videos, welche die User in einem wohl mentalen Standby-Modus anklicken, auf eine Unterseite gelangen und den Wurm durch ein erneutes Play-Klicken frei von jeglichem Misstrauen direkt unter ihren Freunden weiterverbreiten. Diese Masche funktioniert auch mit Horror- oder Breaking-News-Bildern und wird gerne auch mit reisserischen Titeln wie «OMG» oder «Bist du das?» beworben. Auch per Direktnachricht.

2. Die Fake-Fanseiten: «Like und gewinne ein Auto»

Gewinne einen BMW! Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gewinne einen BMW! Facebook

Egal ob als Unternehmen oder als Privatperson - wer eine Fanseite einrichten will, der tut es. Ohne die geringste Kontrolle von Facebook. Betrüger erstellen eine solche Seite meist, um mit lukrativen Gewinnspielen zu werben, damit Likes zu generieren und die Seite schliesslich auf dem Schwarzmarkt für weitere Werbeschaltungen zu verkaufen.

Bei den Gewinnspielen dürfte jedoch selbst eine ungebildete Betonwand stutzig werden: Einen BMW gegen einen Like und / oder Share?

Abertausende Menschen sind dabei und gehen selbst der Aufforderung nach, dem Unternehmen die gewünschte Farbe mitzuteilen. Wie wäre es denn mit «Bitte-Einmal-Nachdenken»-Rot oder «Es-Regne-Hirnzellen»-Blau?

3. Die Fake-Mails: «Virus auf Wunsch»

Fake-Mails Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fake-Mails Facebook

Facebook bietet an, seine User per Mail über Aktivitäten zu benachrichtigen. Ein gefundenes Fressen für kreative Hacker: Hat ein Nutzer diese Funktion auf Wunsch freigeschaltet, bemerkt er eine Fake-Mail im Facebook-Look wohl kaum. Die Benachrichtigung über Freundschaftsanfragen oder Veranstaltungen etc. führt ihn via Link auf eine externe Webseite und die Phishing-Falle schnappt zu. Oops.

4. Die Fake-Events: «S'git öbbis Gratis»

Goodie-Event! Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Goodie-Event! Facebook

Diese Fake-Veranstaltungen basieren prinzipiell auf dem Konzept der Fake-Fanseiten. Eine Veranstaltung wird aufgeschaltet und verspricht den Nutzern, sie erhalten etwas gratis. Je mehr Freunde sie einladen, desto höher fällt ihr Gewinn beziehungsweise ihr Gutschein aus.

Okay. Wer wird bei einem Post wie «Die ersten 50.000 H&M Fans erhalten einen 15€ Gutschein» schon nicht misstrauisch. Das wären immerhin nur lausige 750'000€.

Aha und warum der ganze Zirkus?!

«  Es geht meist nur darum, Spam oder Werbung zu verschicken. »

Jürg Tschirren
Digitalredaktor