Smartphone-Giganten in der Image-Krise?

Apple enttäuscht mit dem iPhone 7, Samsung ruft das Galaxy Note 7 wegen Explosionsgefahr zurück. Markenexpertin Senem Glaunsinger von der ZHAW erklärt, welchen Einfluss diese Ereignisse auf das Image der beiden Marken haben und warum Apple auf längere Sicht wohl tiefer in die Röhre schaut.

Apple präsentiert das iPhone 7. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Apple präsentiert das iPhone 7. Keystone

Wegen Brandgefahr ruft Samsung öffentlich alle Besitzer ihres neuen Smartphones Galaxy Note 7 auf, ihr Gerät abzuschalten, nicht mehr zu nutzen und zurückzugeben. Auf der anderen Seite hat Apple soeben die neuste Generation des iPhones vorgestellt und dafür mehr Spott als Begeisterung geerntet.

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Senem Glaunsinger

Senem Glaunsinger

Ist Markenexpertin an der ZHAW - School of Management and Law in Winterthur.

Spannend: In den Sozialen Medien ist der Aufschrei gegen Apple mindestens genau so gross, wenn nicht grösser. Dies, obwohl bei den explodierenden Samsung-Geräten Menschen Verbrennungen erlitten haben, wobei sich die Leute beim iPhone hauptsächlich darüber nerven, dass sie ihre Kopfhörer nicht mehr einstecken können.

Kann es sein, dass Apples Image tatsächlich mehr darunter leidet als jenes von Samsung? Wir haben bei Senem Glaunsinger, Markenexpertin der ZHAW – School of Management and Law nachgefragt.

Samsung hat einen Fehler gemacht, hat aber gut reagiert

Das Samsung Galaxy Note 7 kann explodieren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Samsung Galaxy Note 7 kann explodieren. Twitter

Kurzfristig sei das Vertrauen in die Marke erschüttert, weil ein Fehler gemacht wurde und es dabei auch zu Personenschäden gekommen ist, meint Senem Glaunsinger. Aufgrund des Zeitdrucks, das Galaxy Note 7 vor dem iPhone zu bringen, seien wohl zu wenig Qualitätskontrollen gemacht worden. Das schadet dem Ansehen, weil Samsung für Innovation und Qualität stehen möchte.

«  Wenn sich diese Fehler nicht wiederholen, wird der Image-Schaden wohl nicht gross sein. »

Was Samsung richtig gemacht habe, sei die proaktive Kommunikation. Der Fehler wurde sofot zugegeben, und es wurde nicht versucht, das Problem zu vertuschen. Sollten sich Fälle von explodierenden Handyakkus nicht mehr wiederholen, wird das Image von Samsung kaum darunter leiden.

Apple schwimmen seit einiger Zeit die Felle davon

Im Gegensatz zu schweren Verbrennungen im Fall der explodirenden Samsung-Handys, scheint das Problem bei Apple eine Lapalie zu sein. Apple-Fans nervten sich nach der Präsentation des iPhone 7 über den fehlenden Kopfhöreranschluss. Trotzdem wird Apples Image auf Dauer mehr zu kämpfen haben.

«  Apple ist seit dem Tod von Steve Jobs nicht mehr revolutionär, sondern evolutionär. »
Apple präsentiert das iPhone 7. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Apple präsentiert das iPhone 7. Keystone

Mit dem Weglassen des Kopfhörer-Anschlusses sei Apple zwar einer alten Tradition nachgeangen, denn immer wieder kam es zu Technik-Revolutionen, wenn Apple den Mut hatte, Dinge wegzulassen. Oder vermisst du heute noch dein CD-Laufwerk? Eben.

Seit dem Tod von Steve Jobs sei das aber fast nicht mehr passiert, die Neuerungen seien nicht mehr so spektakulär, Revolutionen sind ausgeblieben. Dass sich Leute über den fehlenden Kopfhöreranschluss nerven ist also eher ein Zeichen der Enttäuschung, dass man von Apple einmal mehr nicht wirklich überrascht wurde.

«  Samsung hat einen Fehler gemacht, hat aber nach wie vor ein innovatives Produkt. Sollte Apple weiterhin enttäuschen mit ihren Produkten, werden sie auf längere Zeit wohl ein Imageproblem bekommen. »