Welche Dinge lässt das Smartphone aussterben?

Spätestens seit dem Release des iPhone 7 wissen wir: Nichts bleibt für immer. Nicht einmal die klassischen Kopfhöreranschlüsse. Wir fragen uns: Für wessen Tod ist das Smartphone sonst noch verantwortlich? Wann geht es dem Festnetz, dem SMS oder dem Fax an den Kragen?

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Bildlegende: Mit Drehscheibe und Kabelspirale ist dieses Telefon «nur» noch hübsch anzusehen. Wohnform60

Festnetz? Ist das eine App?

Das Festnetz ist im Jahr 2016 ungefähr so antik geworden wie Kameras mit Filmrollen. Gemäss dem Bundesamt für Statistik gab es im Jahr 2015 nur noch 33 Festnetzanschlüsse pro 100 Einwohner. Seit 2001 entspricht das einem Rückgang von 30%. Menschen, die in unserer Generation noch ein Festnetz haben, sind entweder Old School oder telefonieren gerne mit ihren Eltern.

Zum Vergleich: Mobiltelefone erlebten einen exponentiell steigenden Boom. Im Jahr 2014 zählte man 142 Handys auf 100 Einwohner. 78% der Schweizer Bevölkerung besitzen ein Smartphone.

Schreib mir eine SMS

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Bildlegende: Das Voice Message Symbol vom Facebook Messenger Facebook

Viele von uns sind damit gross geworden und haben ihre ersten Dates in 160 Zeichen klargemacht. In Zeiten von WhatsApp und anderen Messenger-Diensten ist das SMS für 20 Rappen langsam aber sicher am Aussterben.So ist in Deutschland ist die Anzahl gesendeter SMS im Jahr 2015 auf den Stand des Jahres 2000 zurückgefallen. Die Zahlen halbieren sich seit 2012 jährlich, während sich die Anzahl der WhatsApp Nachrichten seither ver-33-facht hat. In der Schweiz kann man von ähnlichen Zahlen ausgehen. Konkurrenz bekommt die geschriebene Kurznachricht auch von der Sprachnachricht, welche immer mehr verwendet wird.

Das Fax ist doch schon lange tot - oder doch nicht?

In Zeiten von Smartphone, E-Mail und Scanner braucht heutzutage wirklich gar niemand mehr ein Faxgerät. Oder doch? Falsch! Das Fax ist zäher als man denkt.Gemäss Swisscom sind noch heute 160'000 Faxgeräte in der Schweiz angemeldet. Seit drei Jahren wächst sogar die Anzahl der versendeten Faxe wieder.

Die Gründe sind unterschiedlich: Ein Fax kann nicht im Spamordner landen und auch vor Hackern ist es sicher. Zudem wird das Fax als sicherer und als offizielleres Dokument angesehen, als eine E-Mail.

Telefonieren am Ohr

Die neuste Art zu telefonieren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Handy vors Gesicht Die neuste Art zu telefonieren. SRF

Nebst Festnetz und SMS, dessen Tod eigentlich beschlossene Sache ist, ist folgender Punkt eher eine Mutmassung. Es ist zu beobachten, dass viele Leute nicht mehr in der klassischen Telefonpose telefonieren. Sie halten sich das Handy beim Telefonieren nicht mehr ans Ohr, sondern halten es sich vors Gesicht, sodass der Mund möglichst nah am Mikrofon ist. Sie telefonieren entweder mit Kopfhörern oder mit Lautsprecher.

Vorteil: Man kann gleichzeitig aufs Display schauen und leiser reden, da man direkt ins Mikrofon hineinspricht. Ausserdem ist die Haltung auf diese Weise viel bequemer, als wenn man sich das Smartphone ans Ohr halten muss. Und das nasse Display nach einem längeren Gespräch im Sommer kann man sich so auch ersparen.

Zur Art des Telefonierens gibt es noch keine Zahlen - mit dem Fortschritt der Technologie kann es aber gut sein, dass das Telefonieren am Ohr irgendwann aussterben wird. Forscher gehen sogar davon aus, dass wir uns irgendwann Mikrophon und Lautsprechen implantieren werden.

Und sonst so?

Auch die Marktanteile von Kameras, Navigationsgeräten, Taschenrechnern, Weckern, Uhren oder Gamekonsolen wurden vom Smartphone verkleinert. Und glaubt man Apple, kommt der Zahlungsverkehr als nächstes dran. Wir werden sehen - schliesslich hat das Fax trotz allem auch bis heute überlebt.