Magic & Naked machen Lavalampen-Rock für verpeilte Samstagabende

Surf-Pop im SRF-Virus-Studio: Zu einer eigentlich leicht unpassenden Jahreszeit laden wir die Genfer Band Magic & Naked zu einer Studio Session ein. Und wann ist eigentlich wieder Sommer?

Auf den Dachboden gehen, über einen alten Familienfotoband stolpern, leicht vergilbte Fotos vom faltenlosen Grosspapi finden, der lässig mit offenem Hemd vor irgendwelchen Sehenswürdigkeit chillt. Willkommen in der Welt von Magic & Naked.

Die vier Genfer zelebrieren auf ihrem zweiten Album «Human Expression» die totale Unbekümmertheit – und erinnern den Hörer an eine unbeschwerte Zeit ganz ohne Raketentests und Terrorwarnungen.

Magic & Naked entwirren den Alltagswirrwarr mit lockerem Surf-und-Strand-Gitarrenpop – irgendwo in der Nachbarschaft von den Allah-Las und Real Estate. Und selbstverständlich schweben auch die Beach Boys immer ein bisschen mit.

Zurücklehnen und Rauchringe blasen

Literaturpreise für ihre Lyrics liegen für Magic & Naked ausser Reichweite. Aber wenn man seine Samstagabende damit verbringen möchte, auf dem mit Brandlöchern übersäten Sofa stundenlang Lavalampen anzustarren (vielleicht sogar unter Einfluss von *hust* bewusstseinserweiternden Substanzen?), möchte man ja eh nicht mit tiefen Metaphern und bedeutungsschwangeren Texten bombardiert werden.

Im Gegenteil: Zeilen wie «All I want to do is get stoned and eat food» («All I Want To Do») oder «Why don't we get together for a while and forget about the rest» («The Night I Found Out») bringen den relaxten Nichtstuer-Vibe des Quartetts ziemlich gut auf den Punkt.