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Bounce 11Ä aus Bern ist «Hie»

«Hie», so der Titel ihres Albums, welches am 19.01.2018 erscheint - und so ihre Attitüde: Die 32-jährige 11Ä aus Bern bringt vier Jahre nach ihrem Debut «Erschti Rundi» einen Longplayer, auf dem sie sich flowstark, variiert und kontemporär zeigt.

Eine der wenigen Schweizer Rapperinnen

Der Elefant im Raum wird kurz angesprochen:

11Ä ist eine Frau, die rappt. Von denen gibt es in der Schweiz, im Verhältnis zu ihren männlichen Kollegen, verschwinden wenige:

Steffe la Cheffe, Link öffnet in einem neuen Fenster, KT Gorique, Link öffnet in einem neuen Fenster, La Gale, J Who, Link öffnet in einem neuen Fenster oder die Vybzebilder, Link öffnet in einem neuen Fenster wären da einige der bekannteren Frauen, die Rapmusik in der Schweiz betreiben.

Rapperin posiert vor einem Graffiti von ihr
Legende: 11Ä vor einem Über-lebens-grossem Graffiti-Portrait ihrer selbst. official

Dass dieser kleine Kreis mit «Hie», und den qualitativ überzeugenden Flows, Storys und Reimen im kollektiven CH-Rap-Bewusstsein erweitert wird, ist super nice.

Aber. Es. Ist. Egal. Was. Für. Ein. Geschlecht. Man. Hat. Es. Geht. Nur. Um. Skills.

Darum sei dieses Thema für den Moment abgehakt.

«Hie»: Von Autotune bis Heulnummern

Das Album, Link öffnet in einem neuen Fenster ist dope. Es ist klar, dass 11Ä und ihr Produzent Stroke musikalikisch zeitgemäss unterwegs sind.

Nicht, dass das 15 Track starke «Hie» eine Autotune-Afrotrap-Hymne nach der anderen wäre, denn gut sechs der Songs sind relativ klassische Raptracks.

11Ä am #Cypher18

11Ä am #Cypher18

Die Rapperin wird am 25.01.2017 ab 21:00 Uhr beim grössten Hip-Hop-Event der Schweiz zu Gast sein - und zwar in der Bernerstunde am #Cypher18.

Wo? Natürlich bei uns im Studio. Hier findest du das ganze Line-Up und die Chance auf ein VIP-Ticket.

(Honorable Mentions: «Meh vo dir». 11Ä spricht hier zu einem Dude (oder zu allen Dudes), und fordert Realness – in allen Belangen. Geil.

Und: «Söttsch nid» – eine Rasur der herrschenden gesellschaftlichen Verhaltensnormen und «Regeln». Peng Peng.)

Aber eben, auch Uptempo-Beats sind dabei, («Läbe», «Jo läck du mir»), und auch heute gängige Produktionsfacetten wie Autotune werden sparsam aber gezielt eingesetzt («Wäue»).

Der realste Song auf dem Album: «Aus woni ha» ist ein Song für ihre Kids. (Ja, 11Ä ist Mutter.) Ich kenne das Alter ihrer Kinder zwar nicht, aber die werden, wenn sie den Track hören und verstehen, easy eins Reinheulen. Weil super schön.

Rundum ein solides Album, welches sich gefälligst Gender-unabhängig in CH-Rap Releases einreihen lässt.