Best-of 2016: Die «Bounce»-Wahrheit über das Rapjahr 2016

1000 Jahresbestenlisten und diese soll besser sein? Ja! Wir, deine zuverlässigsten Freunde des Musikdienstes, kehren unser musikblutendes, emotionsgeladenes Herz nach aussen und sagen, für welche Sounds wir unsere Familien an Weihnachten stehen lassen würden (und werden).

Unsere liebsten Rap-Künstler 2016 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Liste ist lang... und könnte noch viel länger sein. 2016 war ein fettes Jahr für Rap. ORIGINAL

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Bounce: Best of '16-Playlist

Wir haben unsere liebsten Hip Hop-Afficionado-Freunde eingeladen, eine Best of 2016-Liste zusammenzustellen. Das Resultat von wochenlangem Brainfuck gibt's hier auf Spotify.

Der Übergott-Modus

Mauro: Kein anderer schaffte es dieses Jahr der Musikwelt seinen Stempel so aufzudrücken wie Anderson .Paak. Im Januar kam «Malibu». Ob an einer WG-Party, beim Katerfrühstück oder endlosen Autofahren durch die arabische Wüste, .Paak ist IMMER die richtige Wahl! Mauro im auditiven Kniefallmodus.

Pablo: A Tribe Called Quest sind offiziell Götter. Erst seit «We Got It From Here... Thank You 4 Your Service» habe ich aber auch wirklich Altar und Schrein bei mir zuhause eingerichtet. 90er-Vibes, 2016er-Groove – das erfreuendste Rapalbum des Jahres für mich. Natürlich, Chance, Kanye, Drake, Childish, etc., aber von denen erwarte ich auch nichts anderes. Bei Legenden habe ich massiv Schiss, dass vergangene Leistungen durch einen einzigen wacken Song kaputtgewalzt werden. Deswegen der musikalisch nicht zwingend progressivste Entscheid des Herzens für ATCQ.

Der Take-Over-Stil

Mauro: Dieses Dancehallesque, dieses Uptempo-Reggaetonmässige wie es beispielweise Bonez MC & Raf Camora, der Franzose MHD oder jetzt sogar die Schweizer Marash & Dave zelebrieren, lockert jedes noch so eingerostete Tanzbein. Und genau das ist der Beweis, dass Hip Hop sowas von am Leben ist. Wieder wurde eine überdope neue Nuance dazugegeben. #jessesgottwoführtdasnurhin?

Pablo: Kann mich da nur anschliessen – ich begrüsse prinzipiell jede neue Form von Rap. (Nicht, dass es das zuvor nicht gab, aber 2016 war schon das erste Jahr des Dancehall- und Afrotrap.) In diesem Fall vor allem, weil ich es rythmisch spannend finde. Die Beats zwingen Rapper, neue Flows zu kreieren, andere Vibes entstehen. Und Tanzbarkeit hat noch nie geschadet – gerade bei einer jungen Vergangenheit von super klebrigem Trap. (Jaja, dab dich selber.)

Das Premium Home-Grown-Material

Mauro: S.O.S., das sind die beiden Berner Nativ und Dawill. In diesem Jahr klar DER frischeste Wind im Inland! Angefangen bei ihrer Performance am Cypher, weiter zum Killertape namens «Candomblé», weiter zum Über-Free-Track «Höhlelöiläder», hin zu Dawills Solo-Gratis-Album «Infinite Awareness». Die. Jungs. killen. alles!

S.O.S. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Feierten wir dieses Jahr besonders: S.O.S. zu Gast bei SRF Bounce. SRF

Pablo: Safe, cosign. In den letzten paar Jahren hat CH-Rap massivstens an Diversität, Skills und Zeitgeist zulegen können. Jetzt sind nicht wenige Künstler am Start, die allesamt rappen können, teils aus dem nichts spriessen Hits wie Prontos «Clean» oder Hardys «Mucho Guapo». Ich antizipiere, dass 2017 dafür da sein wird, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Bewähren sich die Instant-Hits? Und eben: rappen können mittlerweile viel zu viele, als dass es für einen vergleichbaren Teil vom Aufmerksamkeitskuchen für alle reicht. Rappen reicht nicht. Die Geschichte hinter dem Künstler, Live-Skills, HITS, Vision, Umgang (oder nicht) mit Promo und Medien - Rap wird professionell(er) in der Schweiz. Finden wir gut.

2016, safe, war nice so

Vielleicht wird 2017 sweeter vong Jumgendsprache her, sonst war 1 gute Sachen.

Unsere «Best of 2016»-Playlist:

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